Abercrombie & Fitch, ein angesagtes Modelabel aus den USA, hat in der Schweiz keine eigenen Läden. So bestellen viele Kunden die Jeans und Shirts im Internet. Das kann verhängnisvoll werden: Dutzende Online-Verkaufsportale geben sich als Outlets von A & F aus und werben mit Rabatten von bis zu 60 Prozent um Kundschaft.

Susanne Addario* aus Niederhasli wurde die Website abercrombieandfitchschweizonline.eu von einer Freundin empfohlen. Addario bestellte drei Pullover und drei T-Shirts. Doch statt Kleidern erhielt sie Post vom Zollinspektorat und von den Anwälten der Marke. Das Paket, gefüllt mit A & F-Nachahmungen aus China, war vom Schweizer Zoll abgefangen worden. «Nun gelte ich als Importeurin gefälschter Ware», klagt Addario. Das hat Folgen: Sie muss einwilligen, dass sie mit der Vernichtung der Ware einverstanden ist, und zudem 150 Franken für die Kosten der Zollkontrolle bezahlen.

Damit nicht genug: Die Chancen, dass sie die per Kreditkarte bezahlten 450 Franken zurückerhält, sind klein. «Ich wollte nie gefälschte Ware kaufen», verteidigt sich Addario und fügt an: «Ich kenne die Originalwebsite von Abercrombie & Fitch. Die falsche sah so ähnlich aus, dass ich mir nichts dabei dachte.»

Tatsächlich gleichen einige der meist chinesischen Fälscherseiten dem Originalportal aufs Haar. Oft genügt aber ein weiterer Klick, um zu bizarren Beschrieben («wählen Sie Ihre Liebling willkommen zu geniessen Rabatt») zu gelangen. So unseriös präsentieren sich Originalportale nicht.

Achtung bei sehr tiefem Preis!

Wichtig: Achten Sie beim Online-Einkauf nicht nur auf den Warenkorb, sondern prüfen Sie, wer hinter der Site steht. Seit dem 1. April sind Internetanbieter verpflichtet, sich durch ein vollständiges Impressum mit Adresse und Telefonnummer auszuweisen. Findet sich nur eine E-Mail-Adresse oder ein Postfach, sollten Sie misstrauisch werden. Ebenso wenn Bilder oder Produktbeschriebe von schlechter Qualität sind oder die Lieferfrist nirgends angegeben ist. Grundsätzlich gilt: «Wenn Markenartikel zu extrem tiefen Preisen angeboten werden, kann man davon ausgehen, dass etwas nicht stimmt», sagt Doris Huber vom Beobachter-Beratungszentrum.

*Name geändert