Anfang Dezember verschickte eine Anwaltskanzlei in Deutschland Tausende Abmahnungen an Internetnutzer. Angeblich hätten sie sich urheberrechtlich geschützte Porno-Clips angesehen. Kurz darauf machten Tausende E-Mails mit solchen Abmahnungen die Runde. Nicht wenige landeten in der Schweiz.

Doch Vorsicht: Es handelt sich keineswegs um Schreiben der oben­ genannten Anwaltskanzlei: Auf allfällige in der Schweiz begangene Urheberrechtsverletzungen kann deutsches Recht gar nicht angewendet werden. Vielmehr steckten hinter den Mails Trittbrettfahrer, die so versuchen, ein Virus zu verbreiten. Es versteckt sich im als Rechnung getarnten Anhang der E-Mail. Das Schreiben sollte unbeantwortet gelöscht, der Anhang auf keinen Fall geöffnet werden. Ist das bereits geschehen, sollten Betroffene ihr Antivirenprogramm aktualisieren und einen System-Scan machen.

Wer bei einem ähnlichen Schreiben Verdacht schöpft, kann sich auch im Internet die Telefonnummer der Kanzlei heraussuchen und nachfragen, ob das Schreiben tatsächlich von dort stammt.

Nie sollten Sie allerdings eine Telefonnummer oder Mailadresse aus der erhaltenen E-Mail verwenden. Denn das kann auf eine Bezahl-Hotline führen – oder den Betrügern bestätigen, dass sie mit Ihrer Mailadresse einen Treffer gelandet haben.