Die Münchner Anwältin verschickt im Auftrag der Firma Online Content Ltd. Mahnschreiben an Internetbenutzer - auch an Kathrin Linder aus Steffisburg BE. Anfang Mai suchte die 44-jährige Pflegefachfrau auf www.fabrik-verkauf.de nach günstigen Sportkleidern. Die Website wirbt mit den besten Adressen für Fabrikverkäufe, sogenannte Outlets. Um an diese Adressen zu kommen, musste Linder ihre persönlichen Daten angeben. Dabei übersah sie den unten auf der Website versteckten Hinweis, dass das vermeintliche Gratisangebot kostenpflichtig ist. Einige Wochen später erhält sie eine Rechnung über 59.95 Euro. Katja Günther droht mit Betreibung, falls der Betrag nicht umgehend bezahlt wird.

Die Betreibungsandrohung ist jedoch ungerechtfertigt, denn die von Online Content unterhaltene Website täuscht ein Gratisangebot vor, ein gültiger Vertrag ist nicht zustande gekommen. Darum rät der Beobachter, diese Rechnungen nicht zu bezahlen.

Katja Günther hält fest, dass das Inkasso «in jeder Hinsicht der geltenden Rechtslage entspricht». An dieser Auffassung sind Zweifel angebracht: Die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen Günther wegen Betrugs und Nötigung, und bei der Münchner Rechtsanwaltskammer ist ein Disziplinarverfahren hängig.

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