Walter G. ist ein herzensguter Mann. Zu herzensgut: Als «Frau Soleymani» von der «Vereinigung der iranischen Flüchtlinge» (VIF) dem 88-Jährigen das Elend in ihrem Land schilderte und ihm eine Vase schenkte, spendete er mit einem Vergütungsauftrag 14400 Franken.

Der Beobachter hat schon oft über die iranischen Sammler berichtet. Die VIF und ihre Vorgänger arbeiten seit Jahren mit dem gleichen Trick: Sie sprechen ältere Menschen an und erzählen vom «Märchenland Iran». Dann schildern sie, wie «Kinder gefoltert, Frauen zu Tode gesteinigt und Mitglieder religiöser Minderheiten hingerichtet» werden. Dazu zeigen sie drastische Bilder aus dem Handordner. Wer weiss schon, dass es 20 Jahre alte Fotos aus der Zeit der Khomeiny-Diktatur sind?

«Ist Ihnen die Rettung dieser Kinder nicht einmal 100 Franken wert?», fragen die Besucher aggressiv. Sind sie erfolgreich, probieren sie es das nächste Mal mit dem fünf- oder zehnfachen Betrag. Wo die Spenden hinfliessen, ist unklar auch wenn im Prospekt eine «Kontrolle durch beglaubigte Schweizer Revisoren» erwähnt wird. Zahlreiche Behörden und die Zentralstelle für Wohlfahrtsunternehmen (Zewo) warnen vor Spenden an die VIF.

Mit Hilfe des Beobachters konnte Walter G. die Auszahlung der 14400 Franken gerade noch stoppen. Für Spenden an Kinder in Not gibts bessere Orte.