Patrik Meier aus Küsnacht ZH wurde misstrauisch: «Eine recht aufsässige Telefonistin versuchte mir eine Spende für schwerstkranke Kinder schmackhaft zu machen, denen ein Wunsch ­erfüllt werden soll.» Meier liess sich Unterlagen zuschicken. Die Broschüre wirbt mit niedlichen Kinderbildern und bietet Spendenbeträge von 250 bis 1000 Franken zur Auswahl.

Eine von zwei Websites der Stiftung findet sich unter www.partnervermittlung.us, regis­triert auf einen Hans Wurst aus Málaga. Das ungute Gefühl von Patrik Meier scheint berechtigt.

Der Präsident der Stiftung, O’Neil Harvey Williamson, wurde 2005 in England wegen Betrugs zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Deliktsumme: um­gerechnet gegen drei Millionen Franken. Geschädigte: 17'000 – aufgrund über Williamson bestellter, aber nie erhaltener PCs. Williamson, der in Málaga lebt, bestreitet unlautere Absichten: «Ich habe für meine Fehler bezahlt. Mit den finanziellen Angelegenheiten der Stiftung habe ich sowieso nichts zu tun.» Mit der Stiftung wolle er der Gesellschaft etwas zurückgeben.

Die Zewo warnt generell

«Kinder Engel» existiert seit Mai 2012 und trägt kein Gü­te­siegel der schweizerischen Zertifizierungsstelle Zewo: «Das gibt es erst, wenn eine Stiftung min­destens zwei Jahre existiert und eine Jahresrechnung vorlegt», so Marti­na Ziegerer von der Zewo.

«Kinder Engel» handelt nicht illegal. Doch die Zewo warnt generell vor Spenden an Organisationen, die hochemotionalisiert werben, keine Jah­resberichte vorweisen können und keine Transparenz zur Verwendung der Gelder bieten.

Anzeige

Aufgrund der Beobachter-Re­cherchen gibt «Kinder Engel» an, man trenne sich per sofort von Williamson.