«Eine Oase, die Gelegenheit gibt, sein eigenes Ich zu pflegen, sich zu entspannen, zu trainieren und sich wieder zu regenerieren»: So warb das Fitnesscenter Neo Spa & Fitness letzten Sommer in Volketswil ZH um Mitglieder. Während einer Promotionstour konnten Interessierte im Shoppingcenter Volkiland die Geräte testen, eine Probemassage geniessen, mit Geschäftsführer Hendrik Kruser (Name geändert) reden und sogleich einen Mitgliedervertrag unterschreiben.

So lösten beispielsweise auch Franziska von Berger* sowie Priska Wuhrmann und ihr Partner Sven Waldvogel je eine Mitgliedschaft. Die Kosten für das Jahresabonnement - 1000 Franken und mehr - berappten sie gleich vor Ort.

Nur, das Fitnessstudio existierte erst auf dem Papier. Die Eröffnung wurde auf Oktober 2006 in unmittelbarer Nähe des Einkaufszentrums versprochen. Bis heute warten die Mitglieder vergeblich darauf.

Vertröstet bis zum Letzten
Der erste Brief des Geschäftsführers und -inhabers Kruser kam kurz vor der geplanten Eröffnung; es habe Bauverzögerungen gegeben. Im Dezember wurden die Mitglieder mit einer Aboverlängerung um drei Gratismonate vertröstet. Im Februar versprach man eine Lösung bis Ende März, sonst würde der Betrag zurückerstattet. Im April dann der Brief einer Anwaltskanzlei: Wegen des Konkurses eines Vertragspartners sei die Neo Spa nicht in der Lage, «die Geschäftstätigkeit planmässig fortzuführen». Es werde nach einer anderen Lösung gesucht, so sehe man sich etwa nach einem Sponsor um. «Der Anwalt liess am Telefon durchblicken, dass die Chancen dafür sehr klein seien und wir unser Geld kaum wiederbekämen», sagt Priska Wuhrmann.

Was Kruser weiter vorhat, ist unklar. Er ist weder für seine Kunden noch für den Beobachter zu sprechen.

* Name geändert