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Lieferant konkursLücken im Fitnessraum

Maria Hänni
Wartet auf Geräte: Maria Hänni. Bild: Paolo Dutto

Statt Fitnessgeräten erhielt das Linthpraxen Präventionszentrum vom Lieferanten nur leere Versprechen. Jetzt ist er in Konkurs.

von Thomas Angeliaktualisiert am 2017 M07 05

Vier topmoderne Fitnessgeräte sollten eigentlich schon seit Ende März im Linthpraxen Präventionszentrum in Linthal GL stehen. Leiterin Karina Hophan hatte die Maschinen im letzten Dezember bei der Firma MoveToLive Switzerland bestellt und drei Viertel des Preises – rund 18'000 Franken – wie vereinbart angezahlt.

Dann fingen die Vertröstungen an. Ende März beschied man Hophans Mitarbeiterin Maria Hänni, dass ein Teil der Bestellung «vergessen» gegangen sei. Der Rest sollte «Ende Mai» in Rotterdam eintreffen. Im April hatte der Schweizer MoveToLive-Geschäftsführer plötzlich keine Zeit, sich um die Sache zu kümmern, weil eine Sportartikelmesse bevorstand. Und nach der Messe hiess es, die Geräte befänden sich «in einem Container auf der Reise von den USA nach Europa». Sie seien bis 30. Juni geliefert. Doch der letzte Junitag ging vorbei, und die Lücken in Hophans Trainingsraum blieben.

18'000 Franken in den Sand gesetzt?

Nun befürchtet Hophan, dass die 18'000 Franken verloren sind, denn seit zwei Wochen gibt es die MoveToLive Switzerland GmbH nicht mehr. Die Firma heisst jetzt Fitness Equipment Schweiz GmbH – und ist in Konkurs.

Kurz vor der Pleite übernahm Sven Colonne, Mitbesitzer von MoveToLive International, die Geschäfte. Die Geräteherstellerin habe Lieferschwierigkeiten, erklärt der Belgier auf Anfrage, aber Karina Hophan müsse sich keine Sorgen machen: «Ich werde persönlich dafür besorgt sein, dass die drei Schweizer Kunden, die noch auf Geräte warten, diese auch erhalten.» Wann dies der Fall sein werde, könne er allerdings nicht sagen.

Karina Hophan hat die Angelegenheit nun ihrer Anwältin übergeben. Der Schaden sei höher als die angezahlten 18'000 Franken, sagt sie. Denn: «Wir werden Patienten verlieren, weil wir diese Geräte nicht haben.»

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Matthias Pflume, Mitglied der Chefredaktion

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