Willy Fretz aus Rothrist hat rund 1,4 Millionen Franken gewonnen. Dies behauptet zumindest die Loteria Primitiva in ihrem Schreiben. Der Betrag sei bei einer Versicherungsgesellschaft hinterlegt. Um seinen Anspruch geltend zu machen, soll er sich bei der «Globale Sicherheit Firma S.L.» melden und fünf Prozent des Gewinns an diese bezahlen. Bei Fretz «blinken sofort die Warnsignale». «Diese Firma zielt darauf ab, Leute um ihr Geld zu bringen», vermutet Fretz.

Im Beratungszentrum des Beobachters häufen sich Anfragen wegen Millionengewinnen bei ausländischen Lotterien. Die Loteria Primitiva mit Sitz in Madrid ist besonders aktiv. Das Wort «primitiv» trägt sie nicht nur im Namen, sondern passt auch zu ihrem Vorgehen. Das erfuhr Konrad Stallkamp aus Ebikon am eigenen Konto: Er sei der Gewinner von rund einer Million Franken. Auch seine Scheine sind angeblich bei einer Sicherheitsfirma hinterlegt: der «Grupo Bilbao Sicherheitsfirma S.L.». Um das Geld zu erhalten, müsse er die spanische Steuer von zirka 2900 Franken vorausbezahlen. Konrad Stallkamp tat, was das Unternehmen von ihm verlangte. Geld hat er keines bekommen. Dafür ständig Anrufe aus Spanien. «Ich werde aufgefordert, mehr zu zahlen.»

Beobachter-Expertin Nathalie Garny: «Man kann nicht gewonnen haben, wenn man nirgends mitgespielt hat. Hände weg!»

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