Die 16-jährige Hannah wollte die kalte Jahreszeit mit warmen Füssen verbringen. Sie machte sich im Internet auf die Suche nach günstigen Stiefeln. Die Stichwörter «Ugg» und «Schweiz» liessen sie auf die Seite www.uggswiss.com stossen – dort waren die trendigen Ugg-Boots im Sonderangebot zu haben.

Was sie kurz darauf mit der Post erhielt, waren aber keine echten Uggs, sondern billige Imitate aus China. «Beim Auspacken merkte ich sofort, dass die Stiefel nicht echt sind. Bei meiner Kollegin sehen sie ganz anders aus und fühlen sich auch anders an», sagt die 16-Jährige verärgert.

«Die kalkulieren das ein»

Ihre Mutter versuchte in der Folge, die Zahlung von 150 Franken bei der Kreditkartenfirma zu stornie­ren. Doch das klappte nicht. Denn da­für müsste sie die Schu­he zu­rück­schicken – nach China. Das allein wäre schon teurer als die Ware selbst. «Die kalku­lie­ren das doch ein», ver­mutet Heike Phillipsen. «Die wissen, dass so niemand die Ware zurückschickt und das Geld zurückfordert.»

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Der Schweizer Zoll ist machtlos gegen solche Plagiate, solange der Hersteller nicht aktiv wird. In der EU hat das die Originalmarke Ugg schon getan. Unter anderem in deutschen Foren melden sich darum Kunden, die ihre falschen Uggs gar nie erhalten haben, da sie der Zoll an der Grenze abgefangen und vernichtet hat.

Der Beobachter hat den Originalhersteller nun darauf hingewiesen, dass auch die Schweiz von Boots-Fälschun­gen betroffen ist.

Das Copyright-Zeichen fehlt

Die hiesigen Fälscher-Websites haben Gemeinsamkei­ten: Der Name ist aus «Ugg» und «Schweiz» zusammen­gesetzt. Bei der Bezeichnung «Ugg Australia» fehlt das ­Copyright-Zeichen. Eine Kontakttelefonnummer gibt es nicht, meistens enthalten die Seiten nur eine Hotmail-Adresse oder ein Kontaktformular. Und: Fälscher-Websites preisen ihre Ware immer als verbilligt an.