Seit Ende Januar tragen auch Produkte ein Fairtrade-Siegel, die nur einen einzigen Rohstoff enthalten, der wirklich fair gehandelt worden ist: Kakao oder Zucker in Guetzli zum Beispiel. Diese Neuerung soll Bauern in Drittweltländern helfen, einen grösseren Teil ihres Ertrages zu Fairtrade-Bedingungen verkaufen können, so Max Havelaar.

Für Konsumenten bedeutet das jedoch eine Verwässerung des Labels. Zwar wird das Max-Havelaar-Logo auf einem anderen Hintergrund gedruckt - auf Weiss statt auf Schwarz. Doch ohne entsprechende Vorinformation fällt der Unterschied zur Vollversion kaum auf. Kommt hinzu, dass der ausgezeichnete Rohstoff, also zum Beispiel der Kakao im Guetzli, zwar zu 100 Prozent zu Fairtrade-Standards gehandelt sein soll. Doch welchen Anteil er am Endprodukt ausmacht, spielt fürs Label keine Rolle. «Wir empfehlen Partnern allerdings, ausschliesslich Produkte mit einem hohen Prozentanteil der Fairtrade-Komponente mit dem Programm-Label auf der Verpackung auszuzeichnen», heisst es bei Max Havelaar vage.

Im Moment tragen erst drei Produkte das neue Gütesiegel. Doch schon jetzt ist klar: In Zukunft wird nicht mehr in allem, wo Fairtrade draufsteht, ausschliesslich Fairtrade drin sein.