«Wir versprechen Noah, ab Ende 2014 nur noch Insekten- und Pflanzenschutzmittel anzubieten, die Bienen nicht gefährden.» Dieser Satz aus einer Werbung der Migros ist nach Ansicht der Schweizerischen Lauterkeitskommission irreführend.

Der Beobachter hatte bereits im März 2014 öffentlich gemacht, dass der Grossverteiler trotz des abgegebenen Versprechens weiterhin Insektizide im Angebot hat, die als bienengefährdend gelten. Sie enthalten den Wirkstoff Lambda-Cyhalothrin, der in der Pflanzenschutzmittel-Datenbank des Bundesamts für Landwirtschaft mit dem Hinweis «Gefährlich für Bienen» versehen ist.

Die Migros liess damals verlauten, sie stütze sich bei ihrer Einschätzung auf eine Liste der Umweltorganisation Greenpeace und auf Angaben des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL). Dieses habe den Wirkstoff «nicht bemängelt». Das FiBL erklärte darauf gegenüber dem Beobachter, man habe «gar keinen Auftrag gehabt, die Substanz genauer zu untersuchen».

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Versprechen verschwindet, Spray bleibt

Die Lauterkeitskommission, die als Selbstkontrollorganisation Werbung unter die Lupe nimmt, kritisiert nun das Verhalten der Migros scharf. Der Durchschnittsadressat der Werbung dürfe aufgrund des Versprechens erwarten, «dass keine bienenschädlichen oder bienengefährlichen Inhaltsstoffe mehr verwendet werden». Die Aussage sei deshalb unlauter.

Die Migros hat unterdessen reagiert – nicht unbedingt im Sinn des Bienenschutzes. Sie hat das Versprechen an Noah von der Website entfernt. Der bienengefährdende Mioplant Spray gegen Schädlinge hingegen bleibt im Verkauf.

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