Dreissig Franken, das sind beim aktuellen Tarif für ein Natel easy von Swisscom 30 Minuten und 20 Sekunden mit Kollegen plaudern oder 150 SMS versenden oder – gar nichts. Eine bittere Erfahrung für einen 13-jährigen Schüler mit 25 Franken Taschengeld pro Monat.

Als Florian Wernli aus Veltheim an Weihnachten sein auf null gerutschtes Prepaid-Konto mit einer geschenkten 30-Franken-Karte wieder freischalten wollte, blieb das Handy stumm. Erst eine zusätzliche 50-Franken-Karte brachte das Gerät wieder zum Klingeln. Das Guthaben betrug aber zur Überraschung des Oberstufenschülers bloss 25 Franken. Des Rätsels Lösung: Florian hatte im November ein SMS an einen Anbieter geschickt, der ihm «Fun & Hits» per SMS versprach. «Ich ging davon aus, dass mich nur das erste SMS 90 Rappen kostet», sagt der Schüler. Ein teurer Irrtum: Fortan erhielt er drei SMS pro Woche, jedes zum Preis von zwei bis drei Franken. Sein Natel-Kontostand rutschte immer mehr gegen null und dann in die roten Zahlen. Schliesslich resultierte ein Minus von rund 55 Franken – ziemlich viel Geld für einen 13-Jährigen.

Florian Wernlis Fall sei «eine der wenigen Ausnahmen», in denen der Saldo ins Minus fallen könne, sagt Swisscom-Sprecher Sepp Huber. Deshalb verzichte das Telekomunternehmen auch darauf, die Kundschaft darauf aufmerksam zu machen.

Auch beim Sunrise-Angebot «Pronto» kann der Saldo eines Prepaid-Handys ins Minus rutschen. Im Gegensatz zur Swisscom macht aber Sunrise in den Geschäftsbedingungen darauf aufmerksam, dass «ein allfälliger Negativsaldo mit der nächsten Erhöhung des Kontostands ausgeglichen» wird.

Nichts zu befürchten haben Orange-Kunden: Beim «Prepay»-Angebot ist mit den Belastungen Schluss, sobald das Konto auf null steht. Jedenfalls bis zum nächsten Aufladen: Dann laufen die ungebetenen SMS nämlich weiter – und die Kosten auch.

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