Jedenfalls für die Anhänger, die derzeit in Bern und Glattbrugg ZH angeworben werden. Sie sollen auf Provisionsbasis angeblich gesundheitsfördernde Mikroalgen-Produkte vertreiben. Versprochen werden Einkommen «bis zu 18'000 Euro monatlich». «Bei Meetings geht es in erster Linie darum, wie man möglichst viele neue Leute rekrutieren kann», sagt Beat Brändli aus Zollikofen, einer von über 500 Schweizern, die einen Wellstar-Vertriebsvertrag unterschrieben.

Juan Carlos Garcia, «National Director» und «Trainingscenterleiter Schweiz», weist den Vorwurf, einem schneeballähnlichen System vorzustehen, zurück. Die Frage, wie viele Leute tatsächlich so viel verdienen wie versprochen, lässt er unbeantwortet.

Wenn überhaupt, sind es sehr wenige. Denn die einzigen in der Schweiz zum Verkauf zugelassenen Wellstar-Produkte, zwei Sirupe, lassen sich kaum unter die Leute bringen: Die 7,5-dl-Flasche kostet 70 Franken. «Viel zu teuer für einen Energy-Drink», klagt Beat Brändli. Jeder Wellstar-Mitarbeiter muss monatlich für 200 Franken selber Produkte kaufen, sonst fliegt er aus dem Provisionssystem. «Das erfährt man aber erst nach und nach», so Brändli.

Wie viele andere investierte er rund 3500 Franken in Workshops und Produkte sowie den Einkauf in eine höhere Position innerhalb der Verkaufsorganisation. Jetzt hat er genug: Zusammen mit anderen Enttäuschten hat er Wellstar den Rücken gekehrt und die Investition abgeschrieben.

Anzeige