Die Betrüger­masche ist so alt, dass ihre ­Urheber längst einen eigenen Namen haben: Nigeria-Connection. Sicher dabei ist nur: «Wer einzahlt, sieht sein Geld nie mehr wieder», sagt Danièle Bersier, Sprecherin des Bundesamts für Polizei. Warum aber die Nigeria-Connection-Mails durchgehend so idiotisch abgefasst sind, dafür hat der Microsoft-Forscher Cormac Herley nun eine erstaunlich einfache Antwort gefunden: Es geschieht mit Absicht. Denn auf die behämmerten Mails antworten nur sehr leichtgläubige Menschen, die nach längerem Hin und Her am ehesten bereit sind, Geld auf das Konto der Betrüger zu überweisen.

Wären die Schreiben zu seriös abgefasst und die Storys zu realistisch gehalten, würden auch Menschen darauf reagieren, die kaum je zahlen werden.

Das wäre für die Betrüger unendlich viel Mehrarbeit, ohne dass ihre Profitchancen steigen würden. Denn selbst jene, die solche Angebote für realistisch halten, haben Rückfragen, brauchen zusätzliche Erklärungen und wollen sich telefonisch rückversichern. Die unbedarft abgefassten Mails sind also ­eine raffinierte Form der Kundenauslese. Deshalb, schreibt Herley in seiner Studie, werde in 51 Prozent der Spams Nigeria und nicht etwa die Schweiz oder ein arabisches Land als Quelle angegeben. Übrigens: In Nigeria haben die Menschen, die auf die Masche hereinfallen, einen Namen: «Mugu» – Vollidioten.