Ketteli und Anhängerli von Pandora, das wünschte sich das Patenkind von Elvira Müller*. Auf der Website Pandora-schweiz.org wurde Müller fündig. Und dort gab es die gesuchten Schmuck­stücke erst noch zu einem Zehntel des Normalpreises.

Müller bestellte für über 100 Franken und bezahlte via Pay­pal. Stutzig wurde sie erst, als Paypal meldete, die Zahlung sei an Yuangyuan Zhang erfolgt. Als sie ihre Bestellung wieder aufrufen wollte, war sie weg. «Ich glaube, ich bin einem Betrüger aufgesessen», schrieb sie dem Beobachter.

Mit dieser Vermutung liegt Müller wohl richtig. Die Web­site wie auch der Web­shop www.pandoraschmuckonlineschweiz.org sind vom selben Betreiber aufgeschaltet und haben nichts mit dem Schmuckhersteller Pandora zu tun. Falls überhaupt Ware geliefert wird, erhält man billige Fälschungen.

«Wir hatten in den letzten Wochen schon einige solcher Fälle», sagt Thomas Reinshagen, Geschäftsführer von Pandora Schweiz. «Unsere Rechtsabteilung ist derzeit damit beschäftigt, die Betreiber der Site abzumahnen. Allerdings ist das kein einfaches Unterfangen, da die Schuldigen von China aus operieren.»

Die Falle war schlecht gestellt

Dass mit dem Angebot etwas nicht stimmt, hätte die geprellte Elvira Müller anhand folgender Indizien merken können: Viel zu billig war das Angebot, zu fehlerhaft das Deutsch. Und nirgendwo auf der ganzen Website finden sich eine Kontaktadresse, eine Telefonnummer oder eine E-Mail-Adresse.

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