Seit Kurzem häufen sich im Beobachter-Beratungszentrum Anfragen zu einem angeblichen «Infodienst gegen Grippe und Pandemien»: Die Ratsuchenden berichten, sie hätten in Abwesenheit einen Anruf erhalten von einer unverdächtigen Nummer mit der Vorwahl ihrer Wohnregion und arglos zurückgerufen. Eine Stimme ab Tonband habe sie dann bei der «Pandemie-Grippe-Info» Willkommen geheissen und informiert, dass die Anmeldung einmalig 130 Franken koste. Wer nicht vor dem Pfeifton auflege, werde automatisch angemeldet, und es entstehe ein rechtsgültiger Vertrag, hiess es weiter.

Tatsächlich erhielten in den letzten Tagen Dutzende Betroffene Post der Inkassofirma ScoreControl AG in Pfäffikon SZ, die im Auftrag der englischen Firma Infoline Services Ltd zur Zahlung der 130 Franken auffordert und droht, andernfalls eine Mahngebühr zu verrechnen. Bei Fragen könne man sich an eine kostenpflichtige Hotline wenden.

Infoline Services ist in der Schweiz nur über eine Zürcher Postfachadresse erreichbar; unter der englischen Firmennummer meldete sich niemand, als der Beobachter nachfragen wollte.

Die Inkassofirma ScoreControl AG erklärt auf Anfrage, man habe nichts Näheres mit der englischen Firma zu tun: «Wir wurden lediglich angefragt, ob wir die Rechnungsabwicklung für Infoline Services machen können. Es steht aber nicht in unserer Macht abzuklären, inwiefern rechtsgültige Verträge zwischen den Endkunden und Infoline bestehen», meint ScoreControl-Geschäftsführer Olaf Pauls. Man werde aber keine Mahnungen an Kunden senden, die die Rechnung nicht bezahlen - behalte sich jedoch vor, bereits eingezahltes Geld nicht rückzuerstatten.

Der Beobachter rät Betroffenen, die Rechnung zurückzusenden mit dem Hinweis, es gebe keine vertragliche Grundlage für den geforderten Betrag.

Beobachter-Beratungshotline

Bei Fragen zu zweifelhaften Angeboten oder fragwürdigen Rechnungen können sich Mitglieder an die kostenlose Beobachter-Beratungshotline wenden:
043 444 54 03