Der Beobachter hatte darüber berichtet, wie der Strukturvertrieb Teilnehmer unter Druck setzt, die aussteigen wollen - indem er behauptet, dass seine Geschäfte gemäss einem Berner Obergerichtsurteil legal seien. Deshalb müsse man auch bei einem vorzeitigen Ausstieg die Pakete zahlen. Der Beobachter hielt hingegen fest, dass das Gericht nicht die Business Academy als solche freigesprochen habe und das Urteil keinen Freipass für deren Geschäftstätigkeit bedeute.

Die Business Academy beantragte darauf beim Bezirksgericht Zürich, den Artikel von der Beobachter-Website zu entfernen. Sie gab dabei als Gesellschaftssitz Balzers, Liechtenstein, an. Nur: Eine Business Academy Corp. ist dort nicht registriert. Die Richterin verlangte eine Klarstellung.

Nach einigen nervösen Telefonaten legte der Anwalt der Firma einen Fax vor, der belegen sollte, dass es sich bei der Liechtensteiner Gesellschaft um eine Zweigniederlassung der Business Academy Corp. auf den British Virgin Islands handle - bis Ende 2006 allerdings war das Unternehmen immer unter dem Namen Business Academy GmbH mit Sitz in Adliswil aufgetreten. Der Richterin genügte der Fax als Nachweis für die Existenz und damit auch Parteifähigkeit der liechtensteinischen Zweigniederlassung nicht. Zudem stufte sie die beanstandeten Aussagen im Beobachter als nicht widerrechtlich ein. Solche Wertungen seien durchaus vertretbar, nicht zuletzt deshalb, weil ein Interesse an der Aufklärung der Öffentlichkeit bestehe.

Sie empfahl dem Anwalt deshalb, seine Begehren zurückzuziehen - was er zerknirscht tat.

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