Der Diebstahl von Bankkartendaten, das sogenannte Skimming, hat gemäss Polizeiangaben in letzter Zeit markant zugenommen. Allein im Jahr 2011 wurde an über 600 Automaten-Standorten geskimmt, der Schaden durch Skimming betrug im vergangenen Jahr rund 15 Millionen Franken.

Der Begriff Skimming wird vom englischen Wort «to skim» abgeleitet, was so viel bedeutet wie «abheben», «abschöpfen». Als Skimming bezeichnet man das Manipulieren von Kartenautomaten (Geldautomaten, Billettautomaten und Zahlterminals im Detailhandel, an Tankstellen, in der Gastronomie et cetera). Dabei bringen die Täter spezielle Apparaturen am oder im Automaten an, die die Magnetstreifendaten von Konto-, Debit- und Kreditkarten kopieren und den PIN-Code ausspähen. Bei der Täterschaft handelt es sich gemäss Polizeiangaben häufig um organisierte Gruppen.

In der Schweiz ist es nicht möglich, mit PostFinance Card Direct und Maestro-Karten Bargeld ohne den fälschungssicheren Chip zu beziehen. In verschiedenen aussereuropäischen Ländern genügen jedoch Magnetstreifendaten und PIN-Code, um Geld abzuheben. Aus diesem Grund wird bei Skimming das Geld immer im Ausland abgehoben. Die meisten Opfer bemerken die Tat erst, wenn sie ihren Kontoauszug prüfen.

Die Präventionskampagne «Stop Skimming» der Polizei will Kartenbesitzern deshalb konkret aufzeigen, wie sie sich mit einfachen Verhaltensregeln vor Skimming schützen können. «Ganz wichtig war für uns von Anfang an, dass Polizei und Finanzinstitute bei diesem Thema eng zusammenarbeiten. Denn die Problematik betrifft beide in zunehmendem Ausmass», erklärt Rolf Nägeli, Chef Kommissariat Prävention der Stadtpolizei Zürich. So werde laufend in technische Neuerungen investiert, zusätzlich werden viele Automaten regelmässig durch Fachpersonal kontrolliert. Ein grosses Sicherheitsrisiko seien jedoch die Kartenbesitzer selbst, erklärt Urs Widmer, Dienstchef Delikte im Zahlungsverkehr der Kantonspolizei Zürich. Skimming kann in vielen Fällen schon mit sehr einfachen Verhaltensänderungen vermieden werden. «Nach wie vor die effektivste Regel ist, den PIN-Code immer verdeckt einzugeben», so Widmer.

Schutz vor Skimming

Folgende Tipps der Polizei helfen Ihnen, sich vor Skimming und anderen Kartendelikten zu schützen:

  • Geheimer PIN-Code: Ihr PIN-Code ist geheim und darf in keinem Fall an andere Personen – auch nicht an Mitarbeitende Ihres Finanzinstituts oder an Polizisten – weitergegeben, mit der Karte aufbewahrt oder auf der Karte vermerkt werden.

    Es empfiehlt sich, für den PIN-Code keine leicht zugänglichen Kombinationen wie Geburtstage, Autonummern et cetera zu wählen. Wichtig ist, dass Sie Ihren PIN-Code auswendig lernen. Dabei kann es helfen, eine Eselsbrücke zu bilden. Zum Beispiel mit einer Form für das Eingabemuster, einer Rechnung oder Geschichte für die einzelnen Ziffern (Beispielsgeschichte für PIN-Code 597121: Ich brauche 5 Minuten, um zur Tramstation der Linie 9 zu kommen, dann fahre ich 7 Minuten zu meiner Haltestelle, dort hat es 1 Kebabstand mit 2 Angestellten und 1 Chef).

  • PIN-Code verdeckt eingeben: Geben Sie an allen Kartenautomaten Ihren PIN-Code verdeckt ein. Halten Sie dazu eine Hand oder Ihr Portemonnaie über die andere. Lassen Sie niemanden das Eingeben des PIN-Codes beobachten.

  • Keine Ablenkung: Lassen Sie sich beim Geldabheben, Bezahlen oder Billettlösen nicht ablenken. Fordern Sie zu nahe tretende Personen auf, Abstand zu halten. Lassen Sie sich nicht in ein Gespräch verwickeln und nehmen Sie keine Hilfe von bekannten und unbekannten Personen an, wenn zum Beispiel Ihre Karte im Automaten feststeckt.

  • Bauchgefühl ernst nehmen: Geben Sie am Kartenautomaten Ihrer Intuition nach: Wenn Ihnen ein Automat verdächtig vorkommt oder Sie sich am Automaten unwohl fühlen, weil zum Beispiel dubiose Personen in der Nähe sind, jemand Sie anspricht oder Ihnen zu nahe kommt, brechen Sie den Bezahl- oder Geldabhebvorgang ab und suchen Sie sich einen anderen Automaten.

  • Karte nicht aus der Hand geben: Geben Sie Ihre Karte nie aus der Hand – weder einem Helfer beim Geldautomaten noch einem Serviceangestellten. Die Karte kann blitzschnell ausgetauscht werden, ohne dass Sie es merken.

  • Karte sperren lassen: Lassen Sie Ihre Karte bei Verdacht auf Missbrauch umgehend sperren. Das Gleiche gilt bei Diebstahl, Verlust oder Einzug der Karte am Automaten. Weitere Informationen finden Sie hier.

  • Verdacht melden: Informieren Sie bei manipulierten Automaten oder konkretem Verdacht den Automatenbetreiber. Ausserhalb der Bürozeiten wenden Sie sich an die Polizei über die Notrufnummer 117. Sie helfen so, weiteren Schaden zu vermeiden.

  • Kontobewegungen kontrollieren: Überprüfen Sie regelmässig Ihren Kontoauszug und kontaktieren Sie bei Unstimmigkeiten sofort Ihr Finanzinstitut.