Als Maria Schindler auch noch Zahlungsaufforderungen von der Inkassofirma Intrum Justitia in Schwerzenbach ZH erhält, ist ihr nicht mehr geheuer – sie ruft den Beobachter an. Vor längerer Zeit hat Tele2 sie als Kundin begrüsst und eine Rechnung über Fr. 17.55 geschickt. Da Maria Schindler nie einen Tele2-Vertrag unterschrieben hat, glaubt sie an ein Versehen. Doch dann kommen Mahnungen von der Intrum Justitia – für Fr. 38.30. Nicht dass dieser Betrag sie eingeschüchtert hätte, aber Schindler will nicht zahlen, was sie nicht bestellt hat.

Mehrmals fordert Maria Schindler die Intrum auf, die Sache zu prüfen: «Vielleicht liegt ja eine Verwechslung vor.» Doch die Inkassofirma beharrt auf dem Geld. Sie schickt eine Vertragskopie mit dem Hinweis, der Lebenspartner habe den Vertrag unterschrieben. Bloss: Seit dem Tod ihres Mannes lebt Maria Schindler allein.

Die Vertragskopie ist merkwürdig: Zwar steht «Maria Schindler» unten rechts, doch Maria Schindler hat ihn nie unterzeichnet. Aufgeführt ist ihr Ehemann Franz, doch er ist im Januar 2000 gestorben. Und auch Maria Schindlers Geburtsdatum ist falsch. Mit diesen Hinweisen fordert der Beobachter die Intrum auf, die Sache zu prüfen. Das Ergebnis: Um sein Honorar aufzubessern, hat ein Kundenwerber die Unterschrift gefälscht. «Dieser Mitarbeiter wurde in der Zwischenzeit fristlos entlassen», teilt Tele2 mit und entschuldigt sich «in aller Form». Sie schickt Pralinés «als kleine Wiedergutmachung». Auch die Intrum schliesst den Fall ab: «Somit sollte alles in Ordnung sein.»

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