Beim Beobachter-Beratungszentrum und beim Bundesamt für Kommunikation (Bakom) laufen die Drähte heiss: Jeden Tag beschweren sich Konsumenten über Rechnungen der Telebilling AG. Peter Straub aus dem thurgauischen Roggwil zum Beispiel soll 198 Franken innert fünf Tagen überweisen. Andernfalls drohen laut Telebilling zusätzliche Mahngebühren.

Das Inkassounternehmen Telebilling stellt die angebliche Benützung kostenpflichtiger Internetdienste in Rechnung. Wer den detaillierten Gesprächsnachweis genau studiert, stellt fest, dass die fraglichen Verbindungen zwischen Januar und Februar 2004 zustande kamen. Die Gebühren erschienen seinerzeit auf den Telefonrechnungen. Einzelne Telekommunikationsanbieter vermuteten hinter diesen Dienstleistungen der deutschen Comet Media Ltd. einen missbräuchlichen Dialerservice. Daher verweigerte zum Beispiel die Swisscom das Inkasso für die Comet Media und schrieb ihren Kunden die Gebühren wieder gut. Dialerdienste, bei denen sich Kunden meist ohne Absicht extrem teure Internetverbindungen auf den Computer laden, sind kurze Zeit später verboten worden.

Die Telebilling hat sich die Forderungen der Comet Media abtreten lassen und versucht nun, die Gebühren einzutreiben. Der Beobachter rät, die Forderung schriftlich (per Einschreiben) zu bestreiten. Im Schweizer Recht gilt der Grundsatz: Die Beweislast trägt, wer eine Forderung geltend macht. Mit den Vorwürfen konfrontiert, hält die Telebilling an der Rechtmässigkeit ihrer Forderungen fest.

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