«Sonderpreis! Bestellen Sie jetzt!» Die im Fernsehen zu später Stunde so toll beworbene Ware entpuppt sich als billiger Schrott. Überraschend kommen noch Versandspesen hinzu. Der Kundendienst läuft nur über eine sündteure 0900-Telefonnummer. Und das Rückgaberecht ist ein leeres Versprechen: Die Vorwürfe gegen DMS Trading GmbH in Heerbrugg SG (und deren Vorgängerfirma Fulfillment Warenmanagement AG in Schaanwald FL) sind happig und begründet (siehe Artikel zum Thema) – und sie stapeln sich.

Beim Beobachter meldeten sich in den letzten 12 Monaten gegen 50 Geschädigte. Bei der deutschen «Bild»-Zeitung, die wie der Beobachter zum Medienunternehmen Axel Springer gehört, füllen die Beschwerden mehrere Ordner, und an das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) in Bern wandten sich mehr als 400 Geschädigte allein im letzten halben Jahr.

Verbesserungen für Kunden

Diese Häufung macht klar: Hier geht nicht in Einzelfällen etwas schief, sondern systematisch. «Das Geschäftsgebaren der DMS ist Gegenstand genauer Prüfung», sagt denn auch Philippe Barman, Jurist beim Seco. Der Bund hat die Firma abgemahnt und fordert drei Änderungen: DMS muss den Kunden:

  • vor der Bestellung den tatsächlich zu bezahlenden Preis bekanntgeben;

  • den Kaufpreis rückerstatten, wenn sie ihr Rückgaberecht wahrnehmen (statt sie mit einer Gutschrift abzuspeisen);

  • eine Alternative zur 0900-Telefonhotline anbieten.

Tut DMS dies nicht, droht das Seco mit einer Klage. Das Seco kann aber nur im Namen von ausländischen Geschädigten klagen; Schweizer Betroffene müssen ihr Recht selber geltend machen.

Nun gibt es Anzeichen, dass DMS klein beigibt. Die Abläufe seien «im Sinne der Kundenzufriedenheit geändert» worden, sagt DMS-Geschäftsführer Gerhard Gritsch. In jenen Fällen, die der Beobachter der Firma zur Stellungnahme unterbreitete, verspricht Gritsch, den Kunden entgegenzukommen. Zudem nehme man Beschwerden neu auch per E-Mail entgegen (office@dms-tv.ch).