Der Käufer erwirbt das jährlich zum gleichen Zeitpunkt wiederkehrende Nutzungsrecht oft bis ans Lebensende. Mit Miteigentum hat Time-Sharing ebenso wenig zu tun wie mit einer Kapitalanlage. Der Käufer bezahlt mit dem Kaufpreis quasi die Miete für mehrere Jahre im Voraus.

Jedes Jahr muss er die von der Managementfirma festgelegten Verwaltungskosten bezahlen, hat aber keinen Einfluss auf die Verwaltung oder den Unterhalt. Bei Differenzen sitzt er auf verlorenem Posten, befinden sich doch die Verkaufsfirmen meist im Ausland.

Da niemand während Jahrzehnten stets am selben Ort und zur selben Zeit Ferien machen will, sind die meisten Wohnrechtsverträge verbunden mit der Mitgliedschaft bei einem Tauschpool. Die beiden grössten Tauschorganisationen heissen Resort Condominium International und Interval International. Die Mitgliedschaft kostet jährlich zwischen 200 und 300 Franken, plus Gebühren für jede Tauschhandlung. Nutzungsrechte können nicht gehandelt werden, und Verkaufsfirmen nehmen selten Anteile zurück.

Ferienaktien statt Zeitanteile
Eine andere Art des Time-Sharing betreibt die Firma Hapimag in Baar. Sie verkauft keine Zeitanteile, sondern Aktien zum Preis von 8700 Franken. Statt Dividenden erhalten die Besitzer persönliche Nutzungsrechte in Form von Wohnpunkten.

Der Aktionär ist nicht an bestimmte Immobilien und Zeitabschnitte gebunden. Für die Ferien stehen ihm rund 4000 Wohnungen in 13 europäischen Ländern und in den USA zur Auswahl. Hapimag kommt somit ohne Tauschpartner aus. Zurzeit machen mehr als 120'000 Urlauber mit beim Time-Sharing-Modell von Hapimag. Mehr als 70 Prozent sind Deutsche.

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Nach Jahren des Wachstums verzeichnet Hapimag Umsatzeinbussen, was sich auch auf den Aktienrückkauf auswirkt. Denn die Firma kauft die Papiere nur im Umfang von 10 Prozent der neuen Verkäufe zurück. Da Hapimag-Aktien nicht an der Börse gehandelt werden, müssen verkaufswillige Partner eine längere Wartezeit in Kauf nehmen oder die Aktien zu einem geringeren Preis privat verkaufen.