«Mündliche Werbung und überzeugte Kunden sind uns wichtiger als leere Werbeversprechen», schrieb die Oltner Club Touristik GmbH Peter H., als sie ihm den «Gewinn» ankündigte: zwei Wochen «bezahlte Ubernachtungen in einem ausgesuchten Ferienhotel». Den Gutschein musste er mit seiner Frau persönlich in Olten abholen.

Aus dem kurzen Besuch wurde eine fünfstündige Uberredungsshow. Erschöpft unterschrieb das Ehepaar abends um 22 Uhr einen «Vermittlungsauftrag für Ferienimmobilien» und ein Formular für den Erwerb einer «Mitgliedschaft im Ferienclub Eichenhof 2000 in Zell am See».

Um die letzten Zweifel zu beseitigen, hatte die Beraterin erklärt, das Ehepaar könne innert acht Tagen vom Vertrag zurücktreten. Das taten sie denn auch am andern Morgen. Denn beim Durchlesen der Verträge stellten sie fest, dass diese in keiner Weise mit dem Inhalt des Gesprächs übereinstimmten.

Doch so leicht liess die Club Touristik die H.s nicht ziehen. Nach der Kündigung forderte die Firma 2231 Franken für den Rücktritt.

Hartnäckigkeit lohnt sich
Der Beobachter riet Peter H., sich nicht einschüchtern zu lassen. Die Behauptung von Club Touristik, es sei Ersatz für die Aufwendungen aus dem Vermittlungsvertrag zu leisten, ist falsch: Aufträge sind jederzeit kündbar, und Schadenersatz ist nur bei Rücktritt zur Unzeit zu zahlen. Davon kann in diesem Fall keine Rede sein.

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Mit derselben Masche wie Club Touristik arbeitet auch die Time-Sharing-Firma Viva Tours im deutschen Jestetten. Das Ehepaar K., das ebenfalls auf den «Gratisferien»-Trick hereingefallen war, blieb hartnäckig und suchte Hilfe bei einem Anwalt. Dieser zerpflückte die Verkaufsstrategie von Viva Tours und machte Irreführung und Täuschung geltend. Darauf erklärte die Firma, sie habe kein Interesse mehr an den Kunden. Umso besser.