«Spielschulden sind Ehrenschulden», so lautet die Redensart – will heissen: Die ­Bezahlung kann rechtlich nicht durch­gesetzt werden. Das gilt auch für Forderungen aus TV-Gewinnspielen, wie eine Berner Schlich­tungsbehörde im Januar entschied. Eine Frau aus Thun rief über 900-mal bei einem TV-Quiz an. Jeder Anlauf kostete zwei Franken, obwohl die Anruferin nie durchkam.

Ihr Ehemann, Abonnent bei Cablecom, weigerte sich, die geforderten rund 1900 Franken zu bezahlen. Da reichte Cablecom Klage gegen ihn ein. Mit Hilfe des Berner Anwalts Konrad Rothenbühler wehrte er sich erfolgreich vor der Schlichtungsbehörde Oberland. «Die Fernsehsendung […] vermit­telte ­einen Spielvertrag», be­gründe­te der Richter den Entscheid, wies die Klage ab und auferlegte Cablecom Prozesskosten von 2700 Franken. Ob Cablecom das Urteil anficht, entscheidet sie nach «eingehendem Studium der Urteils­begründung».