Sie sind wieder da: die aufgekratzten Moderatorinnen und Moderatoren mit der Fähigkeit, am Bildschirm über Stunden hinweg sinnfreies Zeug daherzureden. «Swiss Quiz» und «Star Quiz» heissen die Rätselsendungen – ausgestrahlt auf Sat 1 Schweiz und Star TV. Die Zuschauer können anrufen und werden – mit einer gehörigen Portion Glück – in die Sendung geschaltet. Zahlen müssen sie in jedem Fall, und zwar eineinhalb Franken pro Anruf.

Vor Jahresfrist gerieten die Gewinnspiele in die Schlagzeilen: In Zürich machte die Direktion für Soziales und Sicherheit Strafanzeige wegen Verstosses gegen das Lotteriegesetz. Das Bundesamt für Kommunikation sperrte die eingeblendeten 0900-Nummern. Das Zürcher Statthalteramt blockierte die Auszahlung der Gewinne und leitete eine Strafuntersuchung ein.

Die Untersuchung ist noch im Gang. Wie kommt es also, dass die Sendungen ausgestrahlt werden? «Unsere Abklärungen haben ergeben, dass eine erneute Aufnahme rechtlich machbar und wirtschaftlich sinnvoll ist», sagt Christian Gartmann, Geschäftsführer von Sat 1 Schweiz.

«Kein Verstoss mehr»
Tatsächlich verzichtet das Zürcher Statthalteramt auf eine erneute Blockierung der Gewinne, und auch die Direktion für Soziales und Sicherheit will keine zweite Strafanzeige einreichen: «Weil man neu auch kostenlos über das Internet mitspielen kann, scheint uns ein Verstoss gegen das Lotteriegesetz nicht mehr gegeben», so die Informationsbeauftragte Irène Schwitter-Bandli. Jetzt muss also jeder selber entscheiden, ob er sich von den telegenen Kampfschwätzern das Geld aus der Tasche luchsen lassen will.