Unister, das deutsche Unternehmen, zu dem Reiseportale wie «ab-in-den-urlaub.de», «fluege.de», «Flug24» oder «Travel24» gehören, ist pleite. Wenige Tage nach dem Tod des Firmengründers Thomas Wagner haben die Holding und verschiedene Tochtergesellschaften Insolvenz angemeldet. Für Touristen stellt sich nun die Frage, was mit gebuchten Reisen geschieht.

Da die Portale ausschliesslich als Vermittler von Leistungen agieren, können die Kunden sicher sein, dass sie die gebuchte Reiseleistung auch vollständig erhalten, betont der vorläufige Insolvenzverwalter Lucas Flöther. Dies gelte für sämtliche Reiseangebote wie Pauschalreisen, Flüge, Hotels und Mietwagen.

Kreditkartenrechnung kontrollieren

Eine Absicherung bietet gemäss André Schulze-Wethmar vom Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz auch der Blick auf die Kreditkartenabrechnung. Dort wird der Betrag in der Regel vom Veranstalter – also beispielsweise einer Airline – und nicht vom Vermittler belastet. «In diesem Fall ist das Geld gesichert und die Reise somit nicht gefährdet», so Schulze-Wethmar.

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Wer über die Unister-Tochter «urlaubstours» eine Pauschalreise gebucht hat, ist trotz der Pleite des Veranstalters finanziell abgesichert. Gemäss der deutschen Verbraucherzentrale Sachsen erhält jeder Reisende vor Urlaubsbeginn einen Sicherungsschein vom Veranstalter als Beleg dafür, dass er sich für den Fall eines Konkurses absichert hat. «Dieser Sicherungsschein gilt auch für Schweizer Kunden», bestätigt Verbraucherschützer Schulze-Wethmar.

Bei Buchungen über Portale mit Sitz im Ausland ist jedoch generell Vorsicht geboten. «Sich innerhalb einer fremden Rechtsordnung gegen einen Anbieter wehren zu müssen, ist nicht nur schwierig, sondern lohnt sich meistens auch nicht», erklärt Beobachter-Expertin Nathalie Garny. Dazu kommt: Während Kunden bei der Auseinandersetzung mit Schweizer Reiseunternehmen vom Ombudsman der Schweizer Reisebranche unterstützt werden, müssen sie sich gegen ausländische Vermittler allein rechtlich durchsetzen.

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