Sie habe bei einer Telefonumfrage über Beruhigungstee mitgemacht. «Bestellt habe ich aber nichts», erzählt Barbara Schulthess. Tags darauf erhält sie einen Anruf: Sie habe Tee im Wert von CHF 9.90 geordert. «Ich sagte, ich hätte nichts bestellt.» Der Verkäufer aber bleibt hartnäckig, will der Zürcherin die Bestellung aufschwatzen. «Weil zehn Franken ja nicht die Welt sind, gab ich dann doch nach. Ich wollte nicht länger diskutieren.»

Kurz darauf wird das Paket an die Haustür geliefert. Doch statt CHF 9.90 stehen CHF 99.95 auf der Rechnung. Dagegen wehrt sich Schulthess. Sie nimmt die Ware nicht an und schickt ein Einschreiben. Dieses landet aber bald wieder in ihrem Briefkasten. Vermerk der Post: «Empfänger konnte nicht ermittelt werden.»

In der Tat ist es schwierig, die Firma zu erreichen. Die einzige auffindbare Telefonnummer ist diejenige, mit der die Firma Kunden kontaktiert. Wer anruft, hört ab Band: «Diese Rufnummer wurde deaktiviert – aufgrund eines möglichen Missbrauchs.»

Zustimmung gilt als Vertrag

Barbara Schulthess ist nicht die Einzige, die sich mit Subito herumschlägt. Allein in einem Monat haben sich elf Personen beim Beobachter-Beratungszentrum gemeldet.

Wer unbestellte Ware zu­geschickt bekommt, hat zwei Möglichkeiten: Wenn sich der abgesprochene und der tatsächliche Preis unterscheiden, kann der Kunde das Paket zurücksenden. Kein Rücktrittsrecht hat man aber, wenn man den CHF 99.95 zu­gestimmt hat. Erstens wurde damit ein Kaufvertrag ab­geschlossen, zweitens fallen Waren von unter 100 Franken nicht unter das Haustürgesetz. Dieses würde einem erlauben, innerhalb von sieben Tagen vom Kauf zurückzutreten.