Erstaunt starrten Mailnutzer in der Schweiz, in Deutschland und Österreich im Mai auf ihre Bildschirme. Frech teilte ihnen die Online-Partnerbörse Heartbooker mit, dass man ­ihnen in den nächsten Tagen Geld abbuchen würde. Grund dafür sei ihre kürzlich gelöste Premium-Mitgliedschaft. Die angekündigten Abbuchungssummen variierten zwischen 200 und 300 Euro.

Wer diese E-Mail gleich löschte, hatte richtig entschieden. Der in Deutschland an­sässige Vermittler Heartbooker vermeldet auf seiner Website: «Diese E-Mails sind weder von uns, noch führen wir unberechtigte Buchungen durch.»

Virus blockiert den Computer

Das Serviceteam der Singleplattform rät den Betroffenen, den Anhang der E-Mail keinesfalls zu öffnen, da in diesem ein Trojaner lauert. «Der Trojaner blockiert den Zugang zum Rechner und fordert die Betroffenen auf, einen gewissen Betrag für die Freischaltung zu zahlen», warnt Heartbooker-Sprecher Guido Szelinsky.

Dass Hacker die Single­plattform missbrauchen, geht an Heartbooker nicht spurlos vorbei: «In der ersten Woche, nachdem die E-Mail in Umlauf gekommen war, erhielten wir weit über 10'000 Beschwerden von Betroffenen, die uns zum grössten Teil nicht kennen. Leider glaubt die Mehrheit immer noch, dass wir dahinterstecken», sagt Szelinsky.

Die Partnervermittlung hat inzwischen Anzeige gegen unbekannt erstattet.