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VW-AbgasskandalRund 6'000 Fahrzeughalter haben sich registriert

Das Klageprojekt der Konsumentenschützer nimmt Fahrt auf: Tausende Dieselbesitzer aus der Schweiz wollen gegen Volkswagen und Amag vor Gericht gehen.

Unterwegs zu den Händlern: Importierte Wagen des Volkswagen-Konzerns in Birr AG.
von aktualisiert am 20. Oktober 2017

Rund 6'000 Fahrzeughalter aus der Schweiz haben sich wegen des Abgasskandals inzwischen für eine Gruppenklage gegen Volkswagen und den Generalimporteur Amag angemeldet. Hierzulande gibt es rund 180'000 Besitzer von betroffenen Wagen der Marken VW, Audi, Seat und Skoda, deren Ansprüche am Jahresende zu verjähren drohen, wenn sie nicht aktiv werden.

Nach Angaben der Westschweizer Konsumentenschutzorganisation Fédération Romande des Consommateurs FRC haben sich bei ihr bereits 2'100 Betroffene gemeldet, die an der Klage des Rechtsdienstleisters MyRight in Deutschland teilnehmen wollen.

Bei der Stiftung für Konsumentenschutz SKS haben sich laut Geschäftsleiterin Sara Stalder 3'900 Betroffene online registriert. Bei 2'600 sind die Unterlagen bereits überprüft und vollständig. Stalder rechnet damit, dass sich bei der SKS am Ende bis zu 4'000 Klagewillige mit vollständigen Unterlagen gemeldet haben werden. Schon jetzt ist das selbstgesteckte Ziel von 2'000 Klagewilligen bis Mitte November übertroffen.

Rechtschutzversicherer empfehlen Klage

Unklar ist noch, wann genau die SKS ihre Klage am Sitz der Amag in Zürich einreichen wird. Ebenso offen ist, zu welchen Konditionen die SKS mit einem sogenannten Prozessfinanzierer zusammenarbeiten wird. Dieser übernimmt die Prozesskosten und erhält im Erfolgsfall einen Prozentsatz der erstrittenen Summe als Honorar. «Wir sind auf einem sehr guten Weg», sagt Stalder, will aber vor Abschluss der Verhandlungen nicht konkreter werden.

Auch bei Rechtsschutzversicherungen melden sich weiter Kunden, die an einer Klage interessiert sind. So sagt Fürsprecher Christoph Arnet von der Coop Rechtsschutz, dass sich bei ihnen bisher rund 200 Versicherte der SKS-Klage angeschlossen haben. Er geht davon aus, dass es noch mehr werden, da Coop Rechtsschutz und Helsana Rechtsschutz Anfang Oktober betroffene Versicherte aktiv darauf hingewiesen und die Teilnahme empfohlen hätten. Damit verbunden war die Gutsprache für die Übernahme der Rechtskosten, so dass die Betroffenen – falls es zu einer Entschädigung durch Volkswagen kommt –, die volle Summe erhalten und nicht einen Teil dem Prozessfinanzierer überlassen müssen.

Die Klagen der Konsumentenschützer: Wie teilnehmen?

Die Stiftung für Konsumentenschutz und ihr Westschweizer Pendant rufen getäuschte Dieselbesitzer dazu auf, juristisch gegen Volkswagen vorzugehen. So können Sie sich beteiligen.

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