Der «Verein Aargauer Konsumentenschutz (VAK)» verspricht Schutz gegen den Telefonterror durch Callcenter. Dafür soll man 249 Franken pro Jahr hinblättern, dann könne man wieder «den Feierabend geniessen, ohne belästigt zu werden». Für 399 Franken wird man sogar ein Jahr lang gegen ungewollten Vertragsabschluss durch Rechtsberatung «beschützt». Das Angebot ist unnütz: Es wird eine Dienstleistung für teures Geld verkauft, die man gratis und franko haben kann.

Auch der Name ist irreführend. Mit Konsumentenschutz hat der Verein nichts am Hut. Es handelt sich weder um eine  kantonale Sektion, noch besteht irgendeine Verbindung mit einer der Schweizer Konsumentenschutzorganisationen. Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz, sagt dazu: «Es ist leider nicht das erste Mal, dass man Konsumenten mit dem Thema Konsumentenschutz an der Nase herumführen will.»

«Überflüssiges Angebot»

Einen ähnlichen Nichtservice bietet derzeit die Zofinger Firma Geminis auf Werbesperre.ch an. Die «Mitgliedschaft» kostet dort 129 Franken (exklusive Mehrwertsteuer). In einer Stellungnahme schreibt die Firma zwar, es sei ihr ein «grosses Anliegen, dass unsere Kunden künftig wirklich Ruhe vor telefonischem Werbeschmutz haben, und daran arbeiten wir sehr aktiv». Sie selber hält sich aber nicht daran und macht Werbetelefone auch bei Nummern mit Sterneintrag. Auch bei Werbesperre.ch handle es sich um ein überflüssiges Angebot, warnt Doris Huber vom Beratungszentrum des Beobachters.

Wer hinter dem in Strengelbach beheimateten «Verein Aargauer Konsumentenschutz» steht, ist unklar. Inhaber der Website ist ein Sebastian Schneider. Der Versuch, Kontakt mit den Verantwortlichen aufzunehmen, scheiterte. Erreichbar war lediglich ein «Aktivist», der sich Herbert Kaiser nannte.

Alles andere als konsumentenfreundlich sind auch die Vertragsbedingungen. Verträge erneuern sich automatisch um ein Jahr, die Kündigungsfrist beträgt drei Monate. Brauchbar am Angebot des VAK ist lediglich ein Link auf der Website: Dort kann man das offizielle Formular «Beschwerde betreffend unlauteren Geschäftspraktiken» herunterladen und  zum Beispiel eine Beschwerde gegen den Verein für Konsumentenschutz direkt beim Seco deponieren.

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