Dazu hat sich die Winterthurer Firma im Rahmen eines gerichtlichen Vergleichs mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) verpflichten müssen. Zuvor schon war Suissephone zweimal abgemahnt worden – jedoch vergeblich. Als sich die Beschwerden von Konsumentinnen und Konsumenten über die Werbeanrufe häuften, reichte das Seco im vergangenen November eine Zivilklage beim Handelsgericht des Kantons Zürich ein (siehe: «Die dreisten Kundenjäger», Beobachter 21/2014).

Was bedeutet ein Vergleich?

Zum Eintrag in unserem Lexikon «Juristendeutsch» 

Keine Verwechslungen mehr mit Swisscom

Suissephone Communications ist auch beim Beobachter-Beratungszentrum keine Unbekannte. Es gab zahlreiche Klagen gegen das Geschäftsgebahren der Firma. Diese hatte auf Anfrage damals beteuert, die Reklamationen könnten sich «höchstens auf sehr neue Sterneinträge» beziehen. Man kontaktiere grundsätzlich keine Nummern mit Sterneinträgen. Dies war eine reine Schutzbehauptung, wie der gerichtliche Vergleich mit dem Seco jetzt zeigt. Die Stiftung für Konsumentenschutz hat die Firma schon früher wegen Missachtung des Sterneintrags eingeklagt.

Suissephone Communications musste sich zudem verpflichten, bei Werbeanrufen immer darauf hinzuweisen, dass man bei Annahme des Preselection-Angebots Swisscom-Kunde bleibe und die monatliche Grundgebühr von CHF 25.35 weiterhin zahlen müsse. Nur die Rechnung für die mit Preselection erfolgten Telefongespräche geht an Suissephone Communications.

Die Firma muss bei Werbeanrufen neu auch ihren vollen Namen nennen. Der Grund: Kunden hatten Suissephone immer wieder mit Swisscom verwechselt. Das Spiel mit der Verwechslung war Teil der Verkaufsstrategie.

Preselection-Telefonanbieter: So schützen Sie sich

  • Bei Werbeanrufen: Fragen Sie hartnäckig nach dem Namen der anrufenden Firma.
  • Legen Sie ohne Hemmungen auf, wenn Sie sich bedrängt fühlen.
  • Behalten Sie nach einem solchen Anruf die Post im Auge und widerrufen Sie sofort mit eingeschriebenem Brief, wenn etwas bestätigt wird, was Sie nicht wollen.
  • Wenn Sie eine unerklärliche Rechnung erhalten, fordern Sie die Gesprächsaufnahme an. Nur bei einer vollständigen Aufnahme kann man beurteilen, ob ein Vertrag entstanden ist oder nicht. Wenn Sie keine oder eine unvollständige Aufnahme erhalten, können Sie die Forderung zurückweisen, weil dann kein Vertragsbeweis vorliegt.
  • Wenn Sie bei Ihrem aktuellen Anbieter den Festanschluss mit anderem - Mobile, Internet, TV - kombiniert haben, müssen Sie die Kündigungsfristen beachten. Sonst können Kosten für vorzeitigen Ausstieg entstehen.
  • Lassen Sie Ihren Telefonbucheintrag mit einem Stern versehen - unter www.local.ch oder der Gratisnummer 0800 86 80 86.