«Wer ein Jahresabonnement der deutschen Zeitschrift ‹Geo› abschliesst, wird mit einem Gutschein für eine Traumreise belohnt.» Dieses Angebot erhielt auch Verena Riolo aus Wettingen von einem Telefonverkäufer einer Werbeagentur aus Paderborn. Riolo dürfe wählen zwischen einer Reise nach Antalya in der Türkei («Traumferien an Traumstränden»), fünf Tagen Ferien im Schwarzwald («Wohlfühlen und entspannen») oder in Brunnen am Vierwaldstättersee («Urlaub in Wilhelm Tells Heimat»).

Doch zum Nulltarif gibts die Reisen nicht: Macht die Aargauerin allein Ferien, muss sie je nach Destination bis zu 200 Franken fürs Einzelzimmer hinblättern. Hinzu kommt ein «Saisonaufschlag» von rund 250 Franken für einen Aufenthalt in der Türkei zwischen Mai und Oktober. Und reist sie zu zweit, wirds noch teurer: Nimmt Riolo eine Begleitperson nach Brunnen mit, blättert diese für vier Übernachtungen knapp 500 Franken hin. Direkt beim Hotel gebucht, kostet das analoge Angebot 720 Franken - für zwei Personen. Die Begleitperson finanziert also zu einem guten Teil die «Gratisreise» der potenziellen Neuabonnentin.

Derartige Lockvogelangebote kannte man bisher nur von zweifelhaften Veranstaltern - dass sich nun auch ein renommierter Verlag solch irreführender Werbemethoden bedient, ist neu. «Geo»-Herausgeberin Gruner + Jahr wollte gegenüber dem Beobachter keine Stellungnahme abgeben. Dafür weiss nun Verena Riolo, was zu tun ist, nachdem sie sich ans Beobachter-Beratungszentrum gewandt hat: Sie verzichtet auf das «Geo»-Abo und die offerierten «Traumferien».

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