Viele Fans von Guns N’ Roses standen am 21. Juni vor den verschlossenen Türen des Zürcher Hallenstadions. Das Konzert wurde um eine Woche verschoben. Pech für jene, die am neuen Datum verhindert waren: Sie konnten ihre Tickets nicht zurückgeben.

«Wir führen nur aus, was der Veranstalter vorgibt», gibt Alex Beeler vom Billettvertrieb Ticketcorner den schwarzen Peter an Good News weiter. Dort verweist man auf die allgemeinen Geschäftsbedingungen auf der Billettrückseite: «Da steht ausdrücklich, dass eine Rückgabe nicht möglich ist», so Chef André Béchir. «Die Künstler geben uns das vor - da können wir nichts machen.»

Privatrechtsprofessor Thomas Koller von der Uni Bern zweifelt, dass die Bedingungen auf der Rückseite der Tickets rechtlich genügen: «Immerhin wird mit dem Datum ein Kernbestandteil des Vertrags für unverbindlich erklärt.» Doch solange niemand klagt, werden Ticketcorner und Good News weiterhin auf ihren kundenunfreundlichen Vertragsbedingungen beharren.

Es kann sich aber lohnen zu insistieren, denn in Ausnahmefällen lässt Béchir mit sich reden: Wer eine schriftliche Bestätigung für «gebuchte Ferien, Hochzeit oder Arbeitseinsatz» vorlegen kann, bekommt das Geld zurück.

Markus Beyeler aus Greifensee wollte sich dieser Willkür nicht aussetzen. «Ich finde es eine Schweinerei, dass ich meine Tickets nicht einfach an der Verkaufsstelle zurückgeben kann.» Der 48-Jährige verkaufte seine Karten im Internet, wie dies über 100 andere verhinderte Fans auch taten - teilweise zum halben Preis.

Quelle: Beat Marti