212 Millionen Franken investierten die Schweizer Haushalte allein letztes Jahr in Küchengeräte. Das sind 70 Franken pro Haushalt, Tendenz steigend. «Dabei wäre weniger oft mehr», sagt Beat Beyeler, Besitzer und Koch des Restaurants Spycher in Kirchdorf BE. «Denn kein Küchengerät, sei es noch so modern, kann aus schlechten Rohprodukten ein feines Essen zaubern.» Ein gummiges Rüebli bleibe gummig, ob es nun in der Pfanne oder im Steamer zubereitet werde. «Die Grundlage für wahren Genuss sind einwandfreie Zutaten und nicht ein ausgeklügelter Gerätepark», sagt der Küchenprofi, der es mit seinem Restaurant auf 16 Gault-Millau-Punkte bringt.

In Beyelers Küche sieht es denn auch spartanisch aus. Neben 30 AMC-Pfannen, einem Backofen und einem grossen Kochfeld sind fast keine elektrischen Küchengeräte zu finden. Unentbehrlich ist ihm die Kombimaschine zum Kneten der Teige und zum Schlagen von Rahm oder Eiern. Da im «Spycher» das Brot täglich frisch gebacken wird, nutzt Beyeler auch eine Getreidemühle. «Die Unterschiede zwischen frisch gemahlenem und gekauftem Mehl sind frappant.» Eine Glacemaschine gehört ebenfalls zur Ausstattung. «Ohne ein solches Gerät ist es nicht möglich, ein Sorbet zuzubereiten, das keine Eiskristalle hat», sagt der Maître. Weiter besitzt er eine Saftzentrifuge für frisch gepresste Gemüse- und Obstsäfte sowie einen Stabmixer zum Pürieren und Aufschäumen frischer Gemüsesuppen. Alles andere wird in Handarbeit erledigt.

Beyeler benötigt nur gut die Hälfte des durchschnittlichen Geräteparks eines Schweizer Haushalts. «Grundsätzlich ist zu bedenken, dass jede Küchenmaschine Platz und Energie braucht», sagt er. «Für vieles ist man von Hand ebenso schnell, wenn man etwas geübt ist.» Der Entscheid für oder gegen eine elektrische Küchenhilfe muss also wohl überlegt sein.

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Folgekosten gut bedenken
Keine Zweifel bestehen bei den Grossgeräten. Ohne Kochherd, Backofen und Kühlschrank läuft heute nichts mehr; sie gehören zur Standardausrüstung der drei Millionen Haushalte in der Schweiz. Bei den Geschirrspülern sind es schon weit weniger: rund 1,2 Millionen. Wer ein solches Grossgerät kaufen will, sollte neben seinen individuellen Wünschen vor allem Strom- und Wasserverbrauch beachten: Bei einem herkömmlichen Geschirrspüler summieren sich die Kosten für Strom und Wasser auf rund 1500 Franken in 15 Jahren. Ein Kühlschrank kann in derselben Zeit sogar mehr Geld für Strom verbrauchen, als seine Anschaffung kostete.

Die Schweizerische Agentur für Energieeffizienz hat diverse Elektrogeräte einem Kosten-Nutzen-Check unterzogen. Das Resultat: Nutzt ein Haushalt konsequent die effizientesten Küchenhelfer, können bis zu 200 Franken im Jahr gespart werden. Deshalb lohnt es sich, beim Kauf auf die Energieetikette zu achten und sich für Produkte der Effizienzklasse A zu entscheiden. Ab 2003 müssen sämtliche Elektrogeräte mit einer solchen Etikette versehen sein.

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Auf Nummer sicher gehen
Ein zweites wichtiges Kaufkriterium ist die Sicherheit, besonders beim Kochherd. Laut Beratungsstelle für Unfallverhütung geht jeder achte Wohnungsbrand auf eine glühende Kochherdplatte zurück. Deshalb kann es gerade für ältere Menschen oder Familien mit Kleinkindern sinnvoll sein, den Herd mit einem automatischen Abschaltsystem auszurüsten. Weniger bedeutend erscheint Gourmetkoch Beyeler das Heizsystem: «Viel wichtiger ist es, den Herd richtig kennen zu lernen – dann kocht man auf jedem gut.»