Der gemeinnützige Verein «La Cité du Petit Prince» aus Freiburg hat sich den Kampf gegen Ohrfeigen, Schläge und andere Kindsmisshandlungen zum Ziel gesetzt - setzt dabei aber auf zweifelhafte Geldsammelmethoden und hat intransparente Strukturen.

Christa Blickenstorfer aus Wallisellen jedenfalls war irritiert über den aggressiven Tonfall des Spendensammlers von «La Cité», liess sich am Telefon aber breitschlagen - er dürfe ihr unverbindlich Informationsmaterial zusenden. Doch anstelle einer Infobroschüre erhielt sie ein Kunstkartenset, zusammen mit einer Rechnung über 35 Franken, «zahlbar innert 20 Tagen», und dem Dank für die «telefonisch zugesagte Unterstützung».

Wie so etwas passieren konnte, macht auch Vereinspräsidentin Katia Sossella ratlos. Mit dem Sammeln sei eine kommerzielle Firma beauftragt, die bis im Juni 2006 monatlich 5’000 Anrufe getätigt habe. Rund ein Fünftel spende auch tatsächlich, so Sossella.

Alles Weitere ist aber äusserst unklar. Der 2001 gegründete Verein kann keinen einzigen Jahresbericht und keinen einzigen Rechnungsabschluss vorlegen. Die Liste der Aktivitäten der letzten fünf Jahre ist jedenfalls kurz: ein Vortragsabend, drei Standaktionen und zwölf Golfturniere, an denen die Golfspieler auf das Problem aufmerksam gemacht werden sollten. Das Hauptziel von «La Cité du Petit Prince» bestehe in der «Sensibilisierung der Bevölkerung» und nicht in konkreten Aktionen, entgegnet Sossella. Schön gesagt. Bloss: Auch Vereine, die für eine gute Sache einstehen, sollten den Spendern sagen können, was mit ihrem Geld passiert.

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