Die Meldung verunsicherte vor Monatsfrist viele Benutzer von Laserdruckern: Der von diesen Geräten ausgestossene Tonerstaub könne die Erbsubstanz schädigen und das Risiko erhöhen, an Tumoren zu erkranken. «Laserdrucker sind Dreckschleudern», titelte etwa der «Tages-Anzeiger».

Die Medienberichte stützten sich dabei auf erste Ergebnisse einer Pilotstudie der Universität Giessen zur gesundheitlichen Auswirkung von Tonerstäuben am Arbeitsplatz. Nun haben die Forscher weitere Ergebnisse aus derselben Studie nachgeliefert. Erstaunlich: Diese besagen das genaue Gegenteil der früheren Resultate. «Die klinische Untersuchung der beteiligten Personen weist nicht auf spezifisch gesundheitliche Probleme durch Toner-Emissionen hin», so das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung, das die Studie in Auftrag gegeben hatte.

Der Widerspruch lässt sich auflösen: «Wir haben keine Angaben zur angeblichen Gesundheitsgefährdung von Tonerstäuben gemacht», sagt Richard Gminski, Mitglied des Giessener Forschungsteams.
Die Studie habe lediglich gezeigt, dass Laserdrucker während des Druckvorgangs feine und ultrafeine Partikel emittieren würden. «Die mögliche Gesundheitsgefährdung dieser Partikel muss erst noch untersucht werden», erklärt Gminski. Wünschenswert, so der deutsche Forscher, sei eine gross angelegte Untersuchung mit 2'000 Teilnehmenden. Ob diese angesichts des bedeutenden Aufwands realisiert wird, ist jedoch noch völlig offen.

«Gesundheitliche Beeinträchtigungen können aber trotz diesen neuen Ergebnissen nicht ausgeschlossen werden. Arbeitsplatzbezogene Beschwerden von Arbeitnehmenden müssen ernst genommen werden», sagt Marcel Jost, Chefarzt Arbeitsmedizin bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt. Jost empfiehlt speziell bei Druckern und Tonern älterer Bauart, den Austausch gegen ein moderneres und emissionsärmeres Modell zu prüfen. Garant für ein möglichst emissionsarmes Gerät ist das Umweltgütesiegel «Der blaue Engel».

Anzeige