«Am 24. November findet wieder der internationale «Buy Nothing Day» statt. Der Verzicht auf Einkäufe soll zum Nachdenken über unsere Konsumgesellschaft anregen. Ich habe mich als Kontaktperson für die Schweiz gemeldet.

Eine besonders aktive Konsumgegnerin bin ich jedoch nicht.

Ich tausche mich nur gern mit Leuten aus, die meine Meinung über unser Konsumverhalten teilen. Der Kapitalismus bringt uns zwar grosse Freiheit, hat aber auch eine neue Form der Sklaverei geschaffen. Beispielsweise verspüre ich ab und zu den Zwang, mir die Schaufensterauslagen anzusehen – nur so für den Fall, dass ich etwas brauchen könnte. Obwohl ich nicht viel Geld zur Verfügung habe, kaufe ich dann Dinge, die ich gar nicht benötige. Es ist ja so einfach, zu konsumieren: Wo wir auch hinschauen, sehen wir etwas, was wir zu unserem Eigentum machen können, selbst wenn wir das Geld dafür gar nicht haben – dafür gibts ja Kreditkarten.

Diese Philosophie spiegelt sich in vielen Bereichen unseres Lebens, zum Beispiel in der Schule. Die Schüler kommen heute zum Konsumieren in die Schule, nicht zum Lernen.

Wir Lehrer müssen immer mehr Aktivitäten und Themen zur Auswahl anbieten. Die Schüler zappen dann von einem Thema zum anderen; vielfach sind sie jedoch von all den Eindrücken völlig überfordert.

Selber suche ich nach Wegen, Freizeit ohne Geldausgeben zu verbringen: Mit Freunden ein Brettspiel zu spielen, statt ins Kino zu gehen, ist günstiger und knüpft zwischenmenschliche Bande. Ich schenke aber auch gern gebrauchten Dingen ein zweites Leben, statt alles neu zu kaufen.»

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