«MyOne Balance sorgt für Sie bei Geldsorgen», wirbt Manor für eine Zusatzversicherung zu ihrer Kundenkarte. Nichts Geringeres als Zahlungsunfähigkeit, etwa bei Arbeitslosigkeit, soll mit MyOne Balance versichert sein. Vermeintlich tiefe Prämien von monatlich 0,45 Prozent des offenen Rechnungsbetrags auf der Manor-Karte sollen deren Inhaber zusätzlich überzeugen, die Versicherung zu kaufen.

Doch die Realität ist weniger rosig: In den ersten 90 Tagen wird gar nichts bezahlt. Danach werden maximal 500 Franken pro Monat übernommen, während in der Zwischenzeit die Schulden auf der Kundenkarte mit 15 Prozent Jahreszins weiter anwachsen. Zynisch, aber wahr: Nur in einem einzigen Fall bezahlt der Versicherer sofort und alles - nämlich wenn der Karteninhaber vor dem 65. Geburtstag das Zeitliche segnet.

«Der Suggestivgehalt der Werbung verleitet die Leute zum Unterschreiben, nicht die effektive Leistung», sagt Mario Roncoroni von der Schuldensanierung Bern. «Zudem ist es fast unmöglich, aus den verwirrend formulierten Vertragsbedingungen herauszulesen, wann bezahlt wird und wann nicht.»

Auch Michael Claussen von der Basler Schuldenberatung Plusminus hält nichts von Manors Schuldenversicherung: «Sie wiegt die Leute in vermeintlicher Sicherheit und verleitet sie geradezu dazu, sich zu verschulden. Die beste Versicherung ist allemal, keine Schulden zu machen, sondern mit Debitkarten oder Bargeld unmittelbar zu zahlen.»

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