Die Freude war riesig, als Kerst Koning zu seinem 60. Geburtstag von einem Freund Gutscheine für das Opernhaus Zürich geschenkt bekam. Der pensionierte Bankangestellte und Mozart-Fan freute sich mit seiner Frau auf genussvolle Stunden. Doch aus einem Opernbesuch wurde vorerst nichts. Ein Umzug samt Hausrenovation raubte viel Zeit. Die Gutscheine gerieten in Vergessenheit.

Im Juni vergangenen Jahres bittet Kerst Koning das Opernhaus Zürich schriftlich, die Gutscheine im Wert von 460 Franken bis Ende Jahr zu verlängern. Dem Schreiben legt er neben den Gutscheinen ein frankiertes Rückantwortkuvert bei. Doch das Opernhaus reagiert nicht darauf. Auch nicht auf zwei Erinnerungsschreiben im September und im Oktober.

Im November verliert Koning die Geduld. Er geht den Verwaltungsratspräsidenten Joseph Estermann um Hilfe an. Doch auch der frühere Zürcher Stadtpräsident bleibt eine Antwort schuldig. Erst als der Beobachter interveniert, werden im Opernhaus die Papierstapel durchforstet. «Wir entschuldigen uns in aller Form bei Ihnen, dass die diversen Schreiben bei uns eigenartige Wege genommen haben und Sie derart lange auf eine Antwort unsererseit warten mussten», schreibt der Leiter der Billettkasse. Die Gutscheine werden um weitere fünf Jahre verlängert. Hoffentlich sind die Opernvorführungen besser als der Kundenservice.

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