Der Siegeszug des digitalen Musikformats MP3 ist unaufhaltsam. Fast jeder Computerbenutzer hat heute ein mehr oder weniger umfangreiches Musikarchiv auf der Festplatte, doch für den PC-unabhängigen Musikgenuss benötigt man ein Abspielgerät. Das Angebot für solche MP3-Player ist gigantisch. Von Vorteil ist es deshalb, wenn man schon vor dem Gang ins Fachgeschäft die Auswahl eingrenzt.

MP3-Player lassen sich in drei Hauptgruppen einteilen: Speicherplayer, CD-Spieler und Festplattengeräte. Alle drei Kategorien haben Vor- und Nachteile, und je nach Einsatzzweck empfehlen sich unterschiedliche Typen.

wSpeicherplayer sind die kleinsten, leichtesten und also mobilsten MP3-Abspielgeräte. Sie enthalten einen internen Speicherchip – meist 64 oder 128 Megabyte –, der etwa ein bis zwei Stunden Musik memorieren kann. Edlere Geräte können mit einer Speicherkarte (CompactFlash, Smartmedia, MultiMediaCard) erweitert werden, auf der je nach Typ zusätzlich bis zwei Gigabyte oder 15 Stunden Musik Platz finden. Überspielt wird die Musik direkt vom PC. Sehr praktisch ist, wenn man dafür weder Kabel noch Basisstationen benötigt, sondern den MP3-Player direkt per USB-Anschluss mit dem Computer verbinden kann.

Da Speicherplayer keine mechanischen Teile enthalten, brauchen sie wenig Strom, sind sie absolut rüttelfest und eignen sie sich vorzüglich für sportliche Aktivitäten. Der Funktionsumfang ist im Vergleich zu anderen MP3-Playertypen jedoch beschränkt, und auch bezüglich Klangqualität hinken sie oft hinter ihren grösseren Brüdern her. Brauchbare Geräte gibt es bereits ab 100 Franken.

MP3-fähige CD-Spieler haben den Vorteil, dass sie nicht nur selbst gebrannte Silberlinge mit MP3-Daten (bis zwölf Stunden Musik pro CD) abspielen können, sondern auch konventionelle Audio-CDs. Diese Multifunktionalität bezahlt man jedoch mit Grösse: Kleiner als zwölf Zentimeter – der Durchmesser einer CD – können sie nicht sein, weshalb sie nicht in die Jackentasche passen. Zudem verbraucht die rotierende Scheibe im Innern viel Strom und reagiert heikel auf Erschütterungen. Trotz Pufferspeicher von 40 Sekunden bis drei Minuten kann es im harten mobilen Einsatz, insbesondere beim Sport, deshalb zu Ausfällen kommen.

Weniger geeignet sind MP3-fähige CD-Spieler auch für Fans aktueller Musik, da die neusten Hits ständig auf neue CDs gebrannt werden müssen. Praktisch sind sie jedoch auf Reisen und im Alltag, kann man doch auf ein paar MP3-CDs ein ganzes Musikarchiv transportieren. Der Einstiegspreis für einen robusten MP3-CD-Spieler liegt bei zirka 200 Franken.

Festplattenspieler bilden die Königsklasse im Markt der MP3-Player und bieten vor allem eines: viel Platz. Die Standardgrösse der Speicherplatte ist 20 Gigabyte, was für über 300 Stunden Musik reicht. Die Oberklasse der Festplattenspieler, beispielhaft repräsentiert durch den Klassenprimus iPod von Apple, erreicht sogar doppelt so viel Kapazität. Zwar rotiert im Gerät ebenfalls eine Scheibe, aber dank grossen Pufferspeichern können sie auch beim Joggen oder Skifahren eingesetzt werden.

Viele Geräte dieser Klasse bieten zudem praktische Zusatzfunktionen wie Terminkalender und Adressverzeichnis, können Bilder und Videos speichern und auf dem Display anzeigen, enthalten einen Radioempfänger inklusive Aufnahmemöglichkeit und dienen als mobile Computerfestplatte für den Transport von Daten. Der Anwender bezahlt diese Funktionsvielfalt im Vergleich zu Speicherplayern mit Grösse, Gewicht und einem Preis ab 300 bis 400 Franken.

Neben diesen eigentlichen MP3-Playern besitzen auch einige andere Geräte MP3-Funktionen, zum Beispiel Handys, persönliche digitale Assistenten (PDA) und sogar Digitalkameras. Doch sie bieten in der Regel vergleichsweise weniger Klangqualität, Funktionalität und vor allem Speicherkapazität. Fürs Ausblenden der Umgebung während einer kurzen Zugfahrt kann man das zwar verschmerzen. Doch wer Musik wirklich mag, dem beziehungsweise der können sie einen richtigen MP3-Player nicht ersetzen.

Anzeige