Cablecom bestätigte entsprechende Recherchen des Beobachters. Bereits rund 400 Cablecom-Kunden hätten beim Telekomanbieter reklamiert. Dazu kommt aber eine unbekannte Anzahl Kunden, die den Fehler bei sich suchen. Dabei können die Betroffenen gar nichts dafür.

Cablecom-Server auf der Blacklist

Jede E-Mail passiert mindestens zwei unterschiedliche Server: Den Postausgangs-Server des Internetproviders des Absenders und den Eingangs-Server des Providers des Empfängers. Die meisten Eingangs-Server filtern und blockieren E-Mails anhand von Sperrlisten. Weil der Antispam-Dienst SpamCop mehrere von der Cablecom betriebene Postausgangs-Server auf eine solche Blacklist gesetzt hat, können manche Cablecom-Kunden keine Mails mehr verschicken – auch wenn der konkrete Inhalt des Mails nichts mit Spam zu tun hat. Die Absender erhalten dann eine Fehlermeldung, wonach die E-Mail nicht gesendet werden könne. Die potenziellen Empfänger hingegen erfahren nichts.

Mailversand seit Juni gestört

Auslöser der SpamCop-Blacklist ist laut Cablecom, dass einige
E-Mail-Konten von Cablecom-Kunden für Phishing-Versuche und Spam-Attacken missbraucht wurden – ob mit oder ohne Wissen der Mail-Kunden, ist unklar. Cablecom will die betroffenen Kunden eruieren und «persönlich kontaktieren», so Sprecher Andreas Werz.

Cablecom weiss nach eigenen Angaben seit Dezember 2013 von dem Problem. Betroffene Kunden schildern aber, dass der Mailversand bereits seit Juni gestört ist. Bisherige Versuche der Cablecom, das Problem in den Griff zu kriegen, sind gescheitert. So seien laut dem Sprecher den Postausgangsservern neue IP-Adressen zugewiesen worden, die aber umgehend wegen neuer Phishing-Attacken ebenfalls gesperrt wurden. Ein neues Projekt soll das Problem auf andere Art lösen, doch für eine Entwarnung ist es zu früh: «In den nächsten Wochen ist sicher noch mit Störungen zu rechnen», so Werz.

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Der Telekomanbieter empfiehlt den betroffenen Kunden, «temporär» einen Gratis-Mail-Anbieter wie GMX oder Gmail zu nutzen. Das grenzt an Kapitulation.