Plötzlich ist alles weg: E-Mails, Tausende Songs, wichtiger Briefverkehr, einmalige Ferienfotos und die grosse Schularbeit der Tochter. Wer dann nicht vorgesorgt hat, ist angeschmiert. Denn eine Festplatte ist ein mechanischer Speicher, der unweigerlich dem Verschleiss ausgeliefert ist. Ohne Sicherheitskopie der wichtigsten Daten ist es für den gewöhn­lichen Nutzer kaum möglich, die Daten zu retten. Zudem zerstört jeder weitere Zugriff die defekte Hardware noch weiter. Da hilft nur noch ein Fachmann, doch die Datenrettung beim Profi kostet gut und gern 1000 Franken.

Ein Datenverlust lässt sich einfach verhindern. Zum einen gibt es Programme, die den Zustand der Festplatte regelmässig kontrollieren. Sie prüfen Werte wie Temperatur, Betriebsstunden oder Laufgeschwindigkeit. Testprogramme der Hersteller oder kostenlose Tools wie CrystalDiskInfo (Windows) oder SmartReporter (OS X) geben so Auskunft, ob die Festplatte noch fit ist oder ob in absehbarer Zeit mit Fehlern zu rechnen ist. Gemäss einer Google-Studie lassen sich dadurch immerhin zwei von drei defekten Festplatten rechtzeitig erkennen.

Das A und O: Die Sicherheitskopie

Die grösste Sicherheit aber bringen regelmässige Back-ups. Eine externe Festplatte ist als Datenträger für Sicherheitskopien die eleganteste und günstigste Lösung. ­Gute Markenprodukte, die mit 1000 Gigabyte ausreichend Speicher haben, gibt es ab 100 Franken. Für wenige Daten reicht auch ein schlichter USB-Speicherstick.

Anzeige

Wichtig sind häufige Back-ups – täglich oder nach jeder Veränderung einer Datei. Ausgefeilte Software erledigt das heute automatisch im Hintergrund. Windows Vista und Windows 7 haben mit der Funktion «Sichern und Wiederherstellen» und Mac OS X mit der «TimeMachine» solche Sicherungsroutinen bereits an Bord. Auch die grossen Hersteller legen ihren externen Platten meist ein brauchbares Back-up-Programm bei. Programme aus dem Internet sind dagegen nicht immer zuverlässig.

Nach einem Defekt werden die Daten einfach von der externen Platte auf die neue Harddisk zurückgespielt. Wer die gesamte eingebaute Festplatte «gespiegelt» hat, kann quasi den letzten Stand der defekten Platte auf die neue überspielen und erspart sich so die aufwendige Neuinstallation von Betriebssystem und Programmen.

Mehr Datenschutz versprechen die Hersteller von Raid-Systemen. Hier werden die Daten auf zwei Festplatten gespeichert. Doch dies ist für Privatanwender eher ungeeignet. Raids machen das Computersystem instabiler und schützen auch nicht vor versehentlichem Löschen und Virenbefall.

Anzeige

Irrtümlich Gelöschtes wieder holen

Die häufigsten Gründe für Datenverlust sind aber nicht etwa kaputte Festplatten, sondern Bedienungsfehler. Mit einem versehentlichen Mausklick ist schnell ein ganzer Ordner gelöscht oder die SD-Speicherkarte aus der Digicam neu formatiert. Auch hier bieten regelmässige Sicherheitskopien die grösste Datensicherheit. Versehentlich gelöschte Daten lassen sich problemlos wiederherstellen.

Als zusätzliche Sicherheit sollte trotzdem präventiv eine Datenrettungs-Software auf der internen Festplatte des PCs installiert sein. Werden Daten irrtümlich gelöscht, entfernt sie das Betriebssystem nicht gleich physikalisch von der Fest­platte. Daher kann ein Rettungsprogramm die Daten meist wiederherstellen.

Voraussetzung für gutes Gelingen ist, dass dies unverzüglich geschieht, bevor das System die zu rettenden Daten mit neuen überschreibt. Bewährt haben sich hierfür unter Windows die beiden kostenlosen Programme Unerase Personal (www.free-av.ch) und Recuva ( www.recuva.com), für OS X Data Rescue II von Prosoft oder der Disk Warrior von Alsoft, die jeweils knapp 100 Franken kosten. Sie alle retten Daten nicht nur von Festplatten, sondern auch von Speichersticks und SD-Karten.nv

Anzeige

Sonderfall: iTunes-Songs

Geht die Festplatte kaputt, ist auch die in Apples iTunes-Store gekaufte Musik verloren. Kostenloses Nachladen ist nicht möglich, und iTunes unterstützt das Überspielen von iPod oder iPhone zurück auf den Mac nicht. Schlimmer noch: Beim Synchronisieren leert iTunes sogar noch den Musikplayer!

Hilfsprogramme kopieren die Lieder vom iPod oder iPhone in iTunes zurück. Für Mac gibts DeTune (www.headlight­soft.com) gratis oder PodWorks (www.scifihifi.com/podworks), das knapp acht Franken kostet; für Windows das kostenlose SharePod (www.getsharepod.com) oder iPhoneTransfer von ImToo für rund 19 Franken (www.de.imtoo.com).