Es muss nicht immer gleich ein neuer Computer sein, wenn der alte etwas in die Jahre gekommen ist und das Arbeiten immer langsamer geht. Zwar ist ein neuer PC leistungsfähiger und besser ausgestattet, kostet aber auch schnell 1000 Franken und mehr. Desktops und Notebooks, die nicht viel älter sind als drei Jahre und vor allem für Büroarbeit, Bildbearbeitung, zum Musikhören, Videogucken und fürs Internet genutzt werden, lassen sich schon mit ein paar hundert Franken modernisieren. Ausgetauscht werden muss oft nur die leistungsschwächste Komponente, und schon lässt sich der Rechner ein bis zwei Jahre länger nutzen. Der Austausch braucht nicht speziell viel Geschick. Wichtig jedoch: vor dem Öffnen des PCs immer erst den Stecker ziehen!

Deutlich an Geschwindigkeit gewinnt der PC, wenn der Arbeitsspeicher (RAM) aufgestockt wird. Bei zu wenig Arbeitsspeicher lagert Windows Daten auf die Festplatte aus. Diese arbeitet mechanisch und ist deutlich langsamer als der elektronische RAM-Speicher. Das RAM arbeitet verschleissfrei, also kann der zusätzliche Speicher auch günstig gebraucht gekauft werden.

Kleinere ältere Festplatten stossen bei Musik, Bildern und Videos schnell an ihre Grenzen. Bei der Grösse einer neuen oder zusätzlichen Festplatte sollte nicht gespart werden, denn nie war Speicherplatz so günstig wie heute.

Wichtige Zusatzfunktionen haben neue PCs heute oftmals gleich an Bord. Aber auch an älteren PCs lassen sich die meisten Extras nachrüsten und können auch gebraucht erworben werden: so etwa WLAN (für kabellose Internetverbindung) oder Bluetooth.

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Letzteres funktioniert am unproblematischsten mit einem kleinen Bluetooth-Modul, das einfach an einen USB-Port gesteckt wird (ab 15 Franken). Es dient dem kabellosen Anschluss einer Tastatur oder Maus oder dem Synchronisieren von Adressen und Terminen zwischen Handy und PC.

Die meisten Geräte wie Drucker, Digitalkamera und Handy werden mittlerweile über USB-Schnittstellen mit dem PC verbunden. Ältere PCs haben meist nur zwei davon oder solche vom langsamen USB-1.1-Standard. Deutlich schneller ist USB 2.0 oder noch besser Firewire.

Die Umwelt freut sich mit

Den alten PC länger zu nutzen tut auch der Umwelt gut. Denn die Produktion eines PCs mit Monitor verbraucht rund 2790 Kilowattstunden Energie, 1500 Liter Wasser und 23 Kilo verschiedener Chemikalien. Das hat das Berliner Borderstep-Institut für Innovation und Nachhaltigkeit errechnet.

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Ist der PC an vielen Stellen veraltet, ist eine Neuanschaffung oft unumgänglich. Auch dann kann man sparen und die Umwelt schonen. Wer sich auskennt oder seinem Händler vertraut, kann sich einen jungen gebrauchten PC kaufen. Solls ein Neugerät sein, gilt zu bedenken: Nur Spiele-Freaks oder Multimedia-PCs brauchen heute noch aufwendige Ausstattung. Für viele reicht ein Mini- oder All-in-one-PC. Sie sind oft nicht nur günstiger, sondern brauchen auch deutlich weniger Strom.

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Quelle: Jupiterimages
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Arbeitsspeicher (RAM): Steigert die Geschwindigkeit
Welches Modul passt, steht im Handbuch zur PC-Hauptplatine. Andernfalls hilft der Händler. Altes RAM-Modul herausziehen und vorsichtig ersetzen oder das neue zusätzlich einsetzen. Kosten: ab 30 Franken pro Gigabyte.

Prozessor: Für die Rechengeschwindigkeit
Der Austausch des Prozessors ist nur in wenigen Fällen möglich und sinnvoll. Besser ist es, ein der Hardware entsprechendes Betriebssystem zu installieren. Da Windows Vista unnötig hohe Ansprüche an die Hardware stellt, ist das ältere System XP um einiges flinker.

Festplatte (Harddisk): Mehr Speicherplatz für Dateien
Die meisten Gehäuse bieten Platz für eine zweite Festplatte. Damit der PC damit umgehen kann, muss über kleine Clips am Festplattengehäuse eingestellt ­werden, welches das erste (Master) und welches das zweite Laufwerk (Slave) sein soll. Wird die alte Harddisk ersetzt, müssen wichtige Daten extern gesichert und später zusammen mit dem Betriebssystem wieder aufgespielt werden. Da die Festplattenmechanik mit der Zeit verschleisst, sollte man immer eine neue oder neuwertige Festplatte kaufen. Kosten: ab 150 Franken pro Terabyte. Externe HDs möglich via USB/Firewire.

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USB-/Firewire-Schnittstellen: Zur Verbindung mit anderen Geräten
Es gibt Einbausätze, um die Rück- oder Vorder­seite des PC-Gehäuses um weitere USB-Schnittstellen zu ergänzen. Den Rahmen mit den neuen Schnittstellen einsetzen und die PCI-Platine in einen Erweiterungssteckplatz auf der Hauptplatine stecken. Ein Satz, der neben USB eine Firewire-Schnittstelle hat, ist nicht viel teurer. Kosten: ab 30 Franken. Auch extern erweiterbar mit einem USB-Hub.

Grafikkarte: Steuert die Darstellung auf dem Monitor
Ein Austausch lohnt sich nicht. Nur grafikintensive Anwendungen wie Videoschnitt oder aufwendige PC-Spiele brauchen eine neue Grafikkarte. Wegen neuer Schnittstellen passt aber nicht jede. Und die Geschwindigkeit des PCs reicht oft nicht für eine leistungsfähigere Grafikkarte aus.

WLAN: kabellose Internetverbindung
Eine PCI-Steckkarte sorgt dafür. Wer häufig Internetvideos anschaut: den neuen Standard 802.11n kaufen. Kosten: ab 30 Franken. Extern möglich via WLAN-Stick oder Router.

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Weitere Bauteile
Diese Bauteile lassen sich einfach und platzsparend in das Desktop-­Gehäuse einbauen – oder extern über USB anschliessen: DVD-Brenner (ab 40 Franken), Chipkartenlesegerät (ab 20 Franken), TV-Empfänger (ab 80 Franken)

Das ist bei Notebooks machbar

Arbeitsspeicher: Notebooks lassen sich selten mit günstigen RAMs erweitern. Einige Mo­delle haben auf der Unterseite eine Klappe, hinter der man ein neues Modul hinein­stecken kann (pro Gigabyte zirka 60 Franken). Ansonsten muss man das Notebook zerlegen, was Laien besser dem Händler überlassen.

Festplatte: Das Austauschen ist aufwendig. Eine externe Harddisk ist hier praktischer.

WLAN: Je nach Notebook braucht es dafür ein WLAN-Modul als ExpressCard-Einschub oder mit USB-Anschluss.

USB-Schnittstellen: Für Notebooks gibt es zusätzliche USB- und Firewire-Schnittstellen entweder für den ExpressCard-Einschub oder extern über einen USB-Hub. Um auch MP3-Player oder Handy darüber aufzuladen, muss der Hub ein eigenes Netzteil haben.

Weitere Bauteile: DVD-Brenner et cetera sind meist nur extern anschliessbar.