Selbst bei kleineren Pannen sind PC-Benutzer oft schnell überfordert. Für sie gibt es aber eine billige Alternative zu einem teuren Reparaturservice. Wer einen erfahrenen PC-Benutzer kennt, lässt sich von ihm das Problem online lösen. Nötig dafür ist nur eine Fernhilfesoftware, die man auf dem PC des Hilfesuchenden und dem PC des Helfers installieren muss. Sie baut eine spezielle Internetverbindung auf, über die der Helfer das Pannengerät von seinem PC aus bedienen kann.

Am einfachsten – und erst noch kostenlos – geht das mit TeamViewer. Die auch auf Deutsch erhältliche Software richtet den PC so ein, dass man von einem zweiten darauf zugreifen kann. Es gibt sie für Windows XP, Vista und Windows 7 sowie für das Apple-Betriebssystem OS X.

Unbefugte haben keine Chance

Das Gratisprogramm lässt sich auf www.teamviewer.ch herunterladen. Der Helfer muss die kostenlose Vollversion auf seinem PC installieren, für den Hilfesuchenden genügt das QuickSupport-Modul. Die Bedienungsanleitung kann man unter «Support» als PDF-Dokument abrufen.

Nun verständigen sich Hilfesuchender und Helfer am besten zuerst am Telefon. Beide starten dann das TeamViewer-Programm. Die Verbindung aufbauen muss der Helfer. Dafür muss er im Anmeldefenster die ID des Hilfesuchenden eingeben, die im Fenster von dessen QuickSupport-Modul angezeigt wird. Dann auf «Mit Partner verbinden» klicken. Ist die geschützte Verbindung aufgebaut, muss der Hilfesuchende das Sitzungskennwort verraten, das nur in seinem QuickSupport-Fenster angezeigt wird und sich bei jeder Sitzung ändert. So ist sichergestellt, dass kein Unbefugter Zugriff auf den PC erhält.

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Ganze Dateien können geschickt werden

Da während der Fernhilfesitzung das Monitorbild ständig online übertragen wird, ist eine schnelle Internetverbindung über ADSL oder Kabel nötig. Reagieren Bildschirmaufbau und Mausbewegungen verzögert, kann der Helfer die Bildqualität im Sitzungsfenster über das Menü «Ansicht» nach unten fahren, indem er die Farben reduziert, das Hintergrundbild ausblendet oder die 3-D-Oberfläche Aero Glass von Windows Vista deaktiviert. So sinkt die zu übertragende Datenmenge deutlich.

Nun kann der Helfer auf dem PC des Hilfesuchenden frei agieren. Falls erforderlich, kann er über den Menüpunkt «Dateiübertragung» auch ganze Dateien von seinem PC auf den anderen überspielen. Über die Funktion «Chat» im Extras-Menü lassen sich Textnachrichten zwischen den beiden PCs übermitteln, beispielsweise eine komplexe Internetadresse für einen Download.

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Bestimmte Problemlösungen sind jedoch heikel: Nach jedem Unterbruch der Internetverbindung oder einem Neustart des PCs muss man die Fernhilfeverbindung neu aufbauen. Auch Probleme mit der Hardware, etwa falsch mit dem PC verbundene Kabel, können online nicht geklärt werden. Hier helfen nur noch Anweisungen per Telefon.

Und im Extremfall bleibt immer noch die klassische Methode: den Helfer zu sich nach Hause einladen, das Problem lösen und dann gemeinsam zu Abend essen.

Unterwegs Zugriff auf den PC

Mit dem Programm TeamViewer kann man aus der Ferne auf den eigenen PC zu Hause zugreifen. Dazu muss man sich unter http://login.teamviewer.com kostenlos registrieren, die Vollversion der TeamViewer-Software auf dem PC zu Hause installieren und über den Menüpunkt Extras/Optionen ein Kennwort definieren. Beim Fernzugriff muss die TeamViewer-Software auf dem PC zu Hause laufen; er darf sich nicht im Ruhezustand befinden. Energiesparfunktionen sind daher zu deaktivieren.

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