«Schauen Sie sich um! Von drei Menschen in Ihrer Umgebung ist bei einem der Computer mit Viren, Würmern, Spy- und Adware oder sonstigen Schadprogrammen verseucht. Und wenn nicht, ist es der Ihrige.» Dies sagt der spanische PC-Sicherheitsspezialist Panda Security nach Virenscans auf weltweit 1,5 Millionen Computern. 23 Prozent der Privatrechner und 72 Prozent der Unternehmensnetzwerke sind demnach mit sogenannter Malware infiziert.

Auch wenn diese Zahlen der Ruch des Marketings umweht – Panda verdient sein Geld mit dem Verkauf von Antivirenprogrammen –, sollten sie jeden Computernutzer aufschrecken. Die Cyberkriminellen sind nicht im Anmarsch, sondern haben sich längst eingenistet. Die Art der Infizierung reicht von harmlos-lästiger Adware, die Werbeanzeigen aufpoppen lässt, über Spyware, die das Nutzerverhalten ausspionieren will, und Viren, die den befallenen Rechner zur Spam-Mail-Schleuder machen, bis zu sogenannten trojanischen Pferden, die Passwörter oder Kreditkartendaten abfangen und an die Virenhersteller weiterleiten.

Die Malware-Entwickler sind clever und nutzen alle Tricks, um ihr Werk zu verstecken – sowohl bei der Auslieferung über E-Mail-Anhänge und Webseiten als auch nach der Installation auf einem Wirts-PC. Um die digitalen Parasiten zu stellen und die persönlichen Daten und Installationen zu schützen, braucht man einen Spürhund: ein Antivirenprogramm. Und zwar auf jedem Computer, auch einem Mac (siehe nachfolgende Box).

Leider ist dies eine schwierige Forderung. Schon die Auswahl an Virenschutzprogrammen ist verwirrend. Und restlos überzeugen kann keines, wie das Fachmagazin «ct» kürzlich in einem Vergleich feststellen musste. Eine Empfehlung erhalten haben einzig G Data AntiVirus 2009, Norton AntiVirus 2009 und Avira AntiVir Premium. Ohne Geld bekommt man mit der Gratis-Version von AVG Anti-Virus derzeit das beste Paket.

Der Spürhund braucht Aufmerksamkeit

Hat man sich für ein Programm entschieden und es installiert, ist man die Sorgen aber noch nicht los. Antivirenprogramme fordern Aufmerksamkeit und machen Arbeit. Der Benutzer muss regelmässig kontrollieren, ob der Virenwächter seine Virenbibliothek, quasi die Fahndungsliste, aktualisiert hat. Ist sie veraltet, wird neuere Malware möglicherweise nicht erkannt. Einmal pro Woche sollte man ferner einen Blick in die Aktivitäts- und Statusberichte werfen, um zu sehen, ob und woran der Virenwächter arbeitet.

Vor allem aber muss man jeder Meldung des Antivirenprogramms Beachtung schenken – auch wenn sie im dümmsten Moment oder in unverständlichen Worten erscheint. Was will mir der Spürhund sagen? Was habe ich gerade gemacht? Muss, soll, darf ich die gemeldete Datei löschen? Hilfreich bei solchen Fragen ist meist eine Suche im Internet mit Angaben aus der Virenmeldung.

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Lohn des Aufwands ist die Gewissheit, alles getan zu haben, um Schadprogramme vom eigenen Gerät fernzuhalten. Und das gute Gefühl, in einer Viererrunde wahrscheinlich nicht der Befallene zu sein.

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Quelle: Jupiterimages

Bevor der Wurm in den Apple kriecht

Apple-Nutzer höhnen: «Das beste Anti­virenprogramm ist Mac OS X.» Ärgerlich für die verspottete Windows-Gemeinde: Es stimmt. «Der Mac ist von Haus aus mit Technologien zum Schutz vor Malware und anderen Sicherheitsrisiken ausgestattet», sagte Apple-Sprecher Bill Evans. Von Apple gibts keine offiziel­le Empfehlung, Antivirensoftware zu installieren.

Das noch immer exotische System (sechs Prozent Marktanteil) wurde aber auch noch nie richtig auf die Probe gestellt: Seit Einführung von Mac OS X gab es kein einziges Schadprogramm, das sich auf diesem Betriebssystem selbständig installiert und verbreitet hat. Doch auch Apple-Experten empfehlen einen aktuel­len Virenschutz. Schadprogramme können nicht nur das System, sondern auch Anwendungen infizieren. Und: Auch Macs können Windows-Viren über weitergeleitete Mails und Dateien verbreiten.

Für die Zukunft müssen Apple-Nutzer ohnehin gewappnet sein. Denn früher oder später werden die Virenbastler auch den Mac knacken. Und wer darauf nicht vorbereitet ist, dem sind Hohn und Spott der Windows-Fraktion sicher.

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