Fast in jedem Haushalt finden sich heute verschiedene Geräte, die sich fernbedienen lassen: Fernseher, CD- und DVD-Player, Beamer, Hi-Fi-Anlage, Spielkonsole und Computer. Immer öfter lassen sich auch die Beleuchtung, Klimageräte und die Storen fernsteuern. Doch der Komfort wird schnell zur Last. Dann nämlich, wenn der halbe Wohnzimmertisch von Fernbedienungen belegt ist und man nicht mehr weiss, mit welcher sich welches Gerät bedienen lässt. Universal-Fernbedienungen versprechen hier Abhilfe. Mit ihnen lassen sich alle Geräte steuern. Zumindest für einfache Steuerfunktionen klappt das meist problemlos.

1. Für Normalanwender

Wer vor allem fernsieht und ab und an eine DVD abspielt, dem bringt eine teure Universal-Fernbedienung keinen Gewinn. Wer aber noch zwei oder drei weitere Geräte regelmässig bedient, für den kann eine Universal-Fernbedienung interessant sein. Benutzt man nur die Grundfunktionen wie Einschalten, Stand-by, Lautstärke und Kanalwahl beim Fernseher oder Play, Stopp, Pause, Vor- und Rücklauf bei Abspielgeräten, reicht eine einfache Universal-Bedienung für 30 bis 40 Franken. Der Nutzer muss dann nur über eine Wahltaste auf der Universal-Fernbedienung auswählen, welches Gerät er gerade ansteuern will. Ein Modell mit einem kleinem Kontrolldisplay ist da von Vorteil.

Zuvor erfolgt aber die Konfiguration. Schliesslich muss die Universal-Fernbedienung Marke und Modell der zu steuernden Geräte erkennen; denn die Infrarot-Codes (IR-Codes), mit denen Fernbedienungen die Geräte steuern, sind herstellerspezifisch. Deshalb muss der Nutzer aus dem Handbuch der Universal-Fernbedienung Schlüsselnummern über die Tastatur eingeben. Angaben über exotische Hersteller und neuste Geräte fehlen jedoch oft. Dann muss die Universal-Fernbedienung die Funktionen lernen, indem Original- und Universal-Fernbedienung im Lernmodus gegenübergehalten werden. Auf diese Weise lässt sich im Prinzip jede einfachere Fernbedienung imitieren.

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2. Für Fortgeschrittene

Wer seine Audio- und Videogeräte intensiver und mehrere parallel nutzt (etwa für das Heimkino), hat mehr von einer programmierbaren Universal-Fernbedienung. Logitech, Emtec, Philips oder One for All bieten solche Modelle ab 100 Franken an. Der Nutzer programmiert die Schritte in die Fernbedienung, die erforderlich sind, dass der Film auf der Leinwand erscheint: Beamer einschalten, DVD-Player einschalten, Surround-Receiver ein- und auf den richtigen Audio-Eingang schalten, Licht abdunkeln, DVD-Player auf Play. Diese Abfolge, Makro genannt, lässt sich dann durch den Druck auf eine einzige Funktionstaste abrufen. Das macht es auch für Babysitter und Grosseltern einfach, eine DVD abzuspielen. Allerdings erfordert die Programmierung oft stundenlange Einarbeitungszeit mit dem Handbuch.

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Spezialfunktionen, die auf der Original-Fernbedienung eine separate Taste oder Tastenkombination belegen (wie Toneinstellung, Programmierung der Aufnahme oder die Steuerung einzelner Komponenten von Kompaktanlagen), lassen sich auf die Funktionstasten der Universal-Fernbedienung legen. Diese sind meist neben dem Display platziert.

Manche Geräte dieser Klasse bieten noch eine andere Annehmlichkeit: Die Auswahl der einzelnen Fernsehsender erfolgt nicht zwingend über die Zifferntastatur, sondern durch Anwählen des Senderlogos auf dem Display. Einige Modelle erlauben auch das Gruppieren der Sender in Kategorien wie Sport-, Nachrichten- oder Kindersender. Verschiedene Benutzer können dann eigene Profile anlegen und die Sender in der von ihnen gewünschten Reihenfolge sortieren.

3. Für Technikfreaks

Wer seine Unterhaltungsgeräte intensiv nutzt und sie öfter mal gegen neue Geräte austauscht, für den eignet sich die Luxusklasse: Universal-Fernbedienungen, die sich die aktuellsten IR-Codes über das Internet aus einer Datenbank holen. Logitech und One for All haben solche Modelle im Angebot. Die erstmalige Einrichtung der Fernbedienung ist jedoch noch aufwendiger. Im Gegensatz zu jenen Modellen, die ihre IR-Codes fest einprogrammiert haben, brauchen diese Modelle einen eigenen PC- und Internet-Zugang. Auf dem PC muss zuerst die mitgelieferte Software installiert werden, die dann Konfiguration und Makro-Programmierung der über den USB-Anschluss verbundenen Fernbedienung vornimmt. Da die Konfiguration selten beim ersten Mal klappt und immer wieder ausprobiert werden muss, sind Nutzer mit Laptop und WLAN im Vorteil. Sonst muss man beim Programmieren ständig zwischen dem PC im Arbeitszimmer und dem Wohnzimmer hin- und herwechseln.

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