Einfach in den Laden gehen und beim nächstbesten Apparat zugreifen, das funktioniert seit dem Aussterben der Röhrenfernseher nicht mehr unbedingt. Den «besten Fernseher» gibt es nicht, denn die Modelle unterscheiden sich mittler­weile derart, dass sich jeder nach seinem Geschmack den für ihn passenden TV aus­suchen kann. So ist ein Plasma-TV für den Kinofan eine Augenweide, nützt aber wenig für die Talkshow am Mittag: Dann ist das Bild zu dunkel, die Glasscheibe spiegelt im Tageslicht. LCD-Fernseher der Einsteigerklasse wiederum können Gamer enttäuschen, weil sie mit schnellen Spielen unter Umständen überfordert sind.

Und dann gibt es noch die Hersteller: Ginge es nach den TV-Produzenten, sollte jetzt, kurz nachdem die Auflösung Full HD zum Standard geworden ist, bereits Ultra HD das neue grosse Ding sein. Ultra HD bietet 4- bis 16-fach schärfere Bilder als Full HD und sieht spektakulär aus – nur bringt es wenig. Denn Filme für diese Auflösung sind 40 bis weit über 100 Gigabyte gross, was die Hersteller vor Probleme stellt: Es braucht Datenträger, grössere Festplatten, Abspielgeräte und vielleicht sogar Anschlüsse, die aktuelle Geräte gar nicht haben.

Internet-Streaming für Ultra HD könnte in ein paar Jahren funktionieren, allerdings ist Sony die einzige Firma, die an einem solchen Angebot arbeitet. Es ist vorläufig nur für den US-Markt geplant. Die Schwierigkeit liegt auch hier in den riesigen Datenströmen, für die neue Kompressionsverfahren eingesetzt werden müssen.

Nicht zuletzt mischt das Fernsehen mit: Bislang plant nur ein einziger Sender den Umstieg auf Ultra HD – der japanische Staatssender NHK. Ultra HD ist eine tolle Sache, muss aber noch etwas reifen.

Tipp: Es muss nicht unbedingt das Neuste vom Neusten sein. Sobald Sie wissen, welche Anforderungen Ihr Gerät erfüllen muss, sollten Sie sich in einem Geschäft entsprechende Modelle ansehen. Denn ­jedes hat ein etwas anderes Bild. Welches Ihnen am besten gefällt, müssen Sie trotz allen Tests schliesslich selbst entscheiden. Das liegt nur schon daran, dass jeder Mensch Licht und Farbe unterschiedlich wahrnimmt.

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Achten Sie darauf, dass auf dem TV ein Film oder eine Fernsehsendung läuft. Demovideos, wie sie oft in Läden gezeigt werden, sehen zwar schön aus, nützen aber wenig. Sie wurden dafür produziert, das jeweilige Modell bestmöglich aussehen zu lassen.

Das sollten Sie wissen

LCD & Co.: Das beste Bild
Zurzeit beherrschen LCD-Bildschirme mit LED-Beleuchtung den Markt. Sie sind hell und günstig (ab 400 Franken), ideal für den Hausgebrauch. Dafür ist die Hintergrund­beleuchtung etwas unregelmässig. Filmfreunde bevorzugen Plasma-Fernseher (ab 700 Franken). Sie bieten eine deutlich gleichmässigere Beleuchtung und natür­lichere Farben. Gamer profitieren von sehr schnellen Reaktionszeiten. Allerdings ist das Bild dunkel. Deshalb sind Plasmas bei Tageslicht kaum zu gebrauchen. Vorsicht beim Transport: Plasmas haben eine Glasplatte verbaut. Das Nonplusultra sind OLED-Fernseher (ab 8000 Franken). Jeder Pixel wird von einer einzelnen Diode dargestellt. Dadurch ist die Ausleuchtung perfekt und das Schwarz so dunkel wie möglich. Die mit dem Nobelpreis bedachte Technologie steckt aber in den Kinderschuhen. So kann es bei Blau zu Farbverfälschungen kommen.

Tuner: Satellit oder Kabel?
Empfänger für das TV-Programm heissen Tuner und sind bei aktuellen Fernsehern gleich mit eingebaut. Das erspart die sogenannten Set-Top-Boxen, die nur noch für Pay-TV eingesetzt werden, weil dieses verschlüsselt übertragen wird.

Viele Fernseher haben mehrere verschie­dene Tuner verbaut, Philips bietet auch Modelle, die Empfänger doppelt mitbringen. Das hat den Vorteil, dass man über denselben Anschluss eine Sendung schauen und gleichzeitig eine andere aufzeichnen kann.

Manche Geräte bieten die Option für einen geteilten Bildschirm: Links läuft ein Fussballspiel, rechts laufen die Nachrichten.

Welche Tuner im Gerät verbaut sein müssen, hängt davon ab, wie Sie Ihr TV-Programm empfangen wollen. Seit der Abschaltung von analogem Fernsehen gibt es folgende drei Möglichkeiten: DVB-S steht für Satellit, DVB-T für Antenne und DVB-C für Kabel.

Es liegt mehr drin: Die Grösse
Seit Full HD mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixel Standard geworden ist, sucht die Branche nach neuen Verkaufs­argumenten. Sie sollen die Zeit bis zur Serienreife neuer Technologien über­brücken. Darum geht der Trend im Moment in Richtung Übergrösse. Grösser als bisher gewohnt darf der Bildschirm aber tatsächlich sein. Denn seit dem Aus der Röhrenbildschirme gilt eine neue Faustregel zum Abstand zwischen TV und Zuschauer: Sollte der Abstand bisher etwa der dreifachen Bilddiagonale entsprechen, reicht heute die dreifache Bildhöhe. Bei einem 40-Zoll-Fernseher sind damit mindestens 1,5 Meter Abstand angebracht – gegenüber den üblichen 2,5 Metern. Ein kinogrosser TV im kleinen Wohnzimmer ist aber weiterhin nicht sinnvoll: Müssen sich die Augen bewegen, um das Geschehnis auf dem Bildschirm erfassen zu können, ermüden sie.

Extras

Effizient: Der Energiebedarf
Grundsätzlich gilt: LED-Fernseher sind am sparsamsten. Echte Stromfresser gibt es aber ohnehin nicht mehr. Aufschluss gibt die obligatorische Energieetikette mit der Skala von A bis G. A bedeutet sparsam, G Stromfresser. Schlechter als Effizienz­klasse D ist heute kaum noch ein Fernseher. Aber natürlich gilt auch: je grösser die Kiste, desto mehr Strom verbraucht sie.

Das Mass der Dinge: Ultra HD
Ultra HD bezeichnet zwei Auflösungen: «4K» ist viermal grösser als Full HD, «8K» sogar 16-mal. Laut Herstellern können Ultra-HD-Fernseher – ab 4000 Franken – aktuelle Filme so aufpeppen, dass sie besser aus­sehen. Es gibt allerdings fast keine Filme in Ultra HD, die neuen Spielkonsolen zeigen Games «nur» in Full HD, und die TV-Sender warten ab. Heikel: Es gibt noch keine Standards. Die aktuellen Ultra-HD-Fernseher sind also vielleicht gar nicht zukunftstauglich.

Vorsicht: Diverse 3-D-Brillen
Einigen 3-D-fähigen Fernsehern liegen passende Brillen bei. Die Gläser können aber auch separat gekauft werden. TVs mit Shutter-Technik bieten ein scharfes, aber etwas dunkleres Bild, nur Brillen vom TV-Hersteller funktionieren (ab 30 Franken).

Polarisations-Technik ist heller und billiger, dafür oft unscharf. Eher nicht zu empfehlen sind Fernseher mit 3-D-Technik ohne Brille.

Nachteil: Die Akustik
Mit den immer flacher werdenden Fern­sehern schwindet auch der Platz für gute Lautsprecher. Bemerkbar macht sich das vor allem bei den Bässen. Für den Sonntagabendfilm reicht die Qualität problemlos. Filmfans sollten aber darüber nachdenken, sich für etwa 300 Franken eine kleine Hi-Fi-Anlage oder eine sogenannte Soundbar zum Fernseher anzuschaffen.

Schnickschnack: Smart-TV
Smart-TV bezeichnet die Möglichkeit, den Fernseher mit dem Internet zu verbinden, um Apps herunterzuladen oder Videotheken zu besuchen. Ab der Mittelklasse ist das Standard. Surfen über die Fernbedienung ist allerdings zu umständlich. Komfortabler sind Apps, die das Smartphone zur Fern­bedienung machen. Das Surfen am Com­puter kann aber kein Fernseher ersetzen.

Zukunftsmusik

Das Mass der Dinge: Ultra HD
Ultra HD bezeichnet zwei Auflösungen: «4K» ist viermal grösser als Full HD, «8K» sogar 16-mal. Laut Herstellern können Ultra-HD-Fernseher – ab 4000 Franken – aktuelle Filme so aufpeppen, dass sie besser aus­sehen. Es gibt allerdings fast keine Filme in Ultra HD, die neuen Spielkonsolen zeigen Games «nur» in Full HD, und die TV-Sender warten ab. Heikel: Es gibt noch keine Standards. Die aktuellen Ultra-HD-Fernseher sind also vielleicht gar nicht zukunftstauglich.

Vergleich der verschiedenen Auflösungen

Quelle: Getty Images

Tests aktueller Modelle finden Sie im Internet