Wer nur noch einmal um den Häuserblock gehen muss, um seine täglichen 10'000 Schritte zu erreichen, wird das eher tun. Wer nur noch fünf Minuten länger auf dem Hometrainer strampeln muss, bis das Tagesziel erreicht ist, reisst sich eher noch einmal zusammen. Und wer seine Blutdruck- und Blutzuckerwerte oder sein Gewicht in einer Statistik verfolgen kann, widersteht leichter der nächsten Versuchung.

Hier kann das Handy auf simple Weise zum Motivationstrainer aufgerüstet werden. Im Idealfall genügt eine einzige App mit passenden Sensoren, um Bewegungspensum, Kalorienverbrauch, Schlafverhalten, Herzfrequenz, Gewicht, Blutdruck und Blutzucker zu messen.

Spezialsensoren: Für Patienten und Profis

Zum Messen des Körper­gewichts – oder für chronisch Kranke des Blutdrucks oder Blutzuckers – genügt eine App allein nicht. Man braucht dazu auch im digitalen Zeitalter eine richtige Waage oder Messgeräte – allerdings solche, die mit dem Smartphone kommunizieren können. Wer seine Zusatzgeräte (und eventuell noch einen Aktivitätssensor) vom gleichen Hersteller wählt, kann alle Daten in einer einzigen App des Herstellers verwalten. Sonst braucht jedes Gerät seine eigene App.

Vertrauen brauchts auch in den Hersteller, schliesslich landen alle Gesundheits­daten auf einem ausländischen Server. Grundsätzlich ist es kein Problem, wenn Waage und App nicht vom selben Hersteller stammen. Meist funktioniert das problemlos. Wenn man dazu aber noch einen Aktivitätssensor benutzt, kann das Verwalten der Daten einfacher sein, wenn sie vom selben Hersteller stammen. Die Messgeräte geben die Daten entweder per Kabel oder per Funk ans Smartphone weiter. Beim iPhone kommt das Problem hinzu, dass nicht alle fürs iPhone beworbenen Geräte zur jeweiligen iPhone-Genera­tion passen.

Für den kabellosen Datenaustausch nutzen fast alle Geräte WLAN oder Bluetooth (wobei Messgerät und Smartphone nur wenige Meter entfernt sein dürfen). Wenn man ständig den Blutzucker und den Blutdruck überwachen will, kann das schwierig werden, denn Bluetooth braucht viel Energie. Damit die Batterie des Smartphones nicht so schnell leer wird, arbeiten manche Tracker energiesparend mit Bluetooth 4.0. Das funktioniert nur mit den neusten Smartphones.

Aktivitätssensoren: Eine Orientierungshilfe

Mit Aktivitätssensoren lassen sich verschiedenste Körper­daten zugleich sammeln. Die Sensoren registrieren die Art der Bewegung, errechnen daraus die Zahl der Schritte und die zurückgelegte Strecke und schätzen, wie viele Kalorien man verbrannt hat. Sie sind so etwas wie die digitale Weiter­entwicklung des mechanischen Schrittzählers.

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Trotzdem darf man keine Wunder von ihnen erwarten. Denn die Daten können durchaus 5 bis 20 Prozent neben der Realität liegen. Aktivitäts­sensoren eignen sich deshalb nur als Orientierungs- und Motivationshilfe. Das gilt auch für Tracker, die das Schlafverhalten beobachten: Sie regis­trieren die nächtlichen Bewegungen und schliessen daraus automatisch auf die Schlafqualität. Die Daten können einem Arzt Anhaltspunkte liefern, was das Problem sein könnte.

Es gibt unterschiedliche Aktivitätssensoren. Der Tracker von Withings etwa misst auch die Herzfrequenz, sobald man den Finger auf einen kleinen grünen Sensor legt. So kann man morgens nach dem Aufstehen den Ruhepuls messen. Der sinkt mit zunehmender Fitness. Das ist besser als nichts, eignet sich aber nicht als Ersatz für einen Brustgurt, wie ihn Sportler gern tragen.

Interessant sind Aktivitätssensoren in Kombination mit einem Abnehmplan. Man gibt die Lebensmittel ein, die man gerade verzehrt hat; die App rechnet sie dann in Kalorien um. Im Vergleich mit dem vom Tracker ermittelten Kalorienverbrauch lässt sich so eine Input-Output-Bilanz erstellen.

Die App fürs Smartphone: Zum Testen genügts

Wer seine Gesundheitsdaten bloss probeweise sammeln will, kann das mit dem Smartphone tun. Apps wie Argus (für das iPhone 5S) sowie Runtastic und Accupedo (für iPhone und Android) reichen bereits. Die im Smartphone eingebauten Sensoren funktionieren ähnlich wie ein Aktivitäts­sensor. So kann man die Zahl der Schritte oder die Länge der Strecke messen. Die Nachteile: Man muss das Smartphone auf sich tragen. Und die Messgenauigkeit ist nicht sehr hoch.

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Diese Gesundheitsdaten werden von Smartphones gesammelt

 

Daten über erforderliche Hardware Hersteller (Gerät)
Aktivität Aktivitätssensor Fit Bit, Withings (Pulse), Nike+ (Fuelband SE), Jawbone (UP), Bodymedia, iHealth, Misfit Shine
Kalorienverbrauch Aktivitätssensor Fit Bit, Withings, Beurer Jawbone, Bodymedia, iHealth, Misfit Shine
Schlafverhalten Aktivitätssensor Fit Bit, Withings, Jawbone, Bodymedia, iHealth, Misfit Shine
Herzfrequenz Aktivitätssensor mit Pulsmesser Withings, iHealth, Basis
Blutdruck Manschette Withings, Bodytel, Medisana, iHealth
Blutzucker Blutzuckermesser Bodytel, Medisana, iHealth
Gewicht, Fettverteilung Waage Fit Bit, Withings, Bodytel, Medisana, iHealth
Essverhalten Aktivitätssensor (Erfassung über App) Jawbone, Bodymedia, iHealth
Sauerstoffsättigung Oximeter iHealth