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HackerViagra von der Feuerwehr

Die Spuren der Hacker führen zum Teil nach Pakistan oder China zurück.

Um ihre illegale Ware unter die Leute zu bringen, kapern Online-Händler die Computer von ­Schweizer Institutionen – und von Verstorbenen.

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Die Gemeinde Trubschachen, die Feuerwehr Wiesendangen und der Fachverein Ökonomie der Universität Zürich haben eines gemeinsam: Ihre Website führt direkt zu Viagra. Unbekannte hacken ihre Internetserver und «parkieren» dort einen ausländischen Online-Shop – Dutzenden Gemeinden, Vereinen und Firmen geht es derzeit so.

Die Täter überprüfen mittels Scan-Programmen eine riesige Zahl von Websites auf allfällige Schwachstellen. Dort parkieren sie ihre Seite mit dem Onlineshop oder setzen ­einen entsprechenden Link. Ein beim Fachverein Ökonomie platzierter Viagraverkauf etwa führt ­zu einem Postfach in der pakistanischen Provinz Punjab.

Dasselbe Prinzip machen sich auch Produktepiraten zunutze: Wer bei Google «Nike, billig, Schweiz» eingibt, landet auf fremdparkierten Websites – zum Besipiel bei einem Berner ­Kellertheater. Dahinter steckt ein ausländischer Händler mit mutmasslich gefälschter Ware.

«Schutz ist möglich»

Noch dreister sind die­jenigen, die nicht mehr betriebene Schweizer Adressen (.ch) zusammenkaufen, etwa von liquidierten Firmen oder verstorbenen Personen. In einem Fall, wo der Name des Verstorbenen gleichzeitig die URL-Adresse bildet, führt die Spur nach Peking.

Der IT-Forensiker Maurizio Tuccillo rät Betreibern von Websites: «Es ist durchaus möglich, sich vor solchen Eindringlingen zu schützen. Administratoren müssen ihre Systeme ständig prüfen und aktualisieren.»

Melden Sie verdächtige Angriffe auf Ihre Website und nutzen Sie das Meldeformular der Koordinationsstelle des Bundes zur Bekämpfung der Internetkriminalität (KOBIK).

Veröffentlicht am 09. Dezember 2014