Allerorten E-Mails lesen und versenden, Musik kaufen, Dateien transferieren, im Web surfen: Endlich - so macht uns die Werbung fürs trendige iPhone glauben - kommt das Internet aufs Handy. Ganz so revolutionär ist das iPhone jedoch nicht. Etliche Handymodelle bieten längst zumindest rudimentäre Internetfunktionen wie E-Mail und Websurfen. Viele Handys lassen sich sogar wie das iPhone mit zusätzlichen Programmen erweitern (Siehe auch «Das Netz aufs Handy holen»). Schätzungsweise jedes zweite Handy ist heute wohl internetfähig - doch das Gros der Besitzer nutzt diese Möglichkeiten nicht.

Nur zwölf Prozent der Deutschen lesen und versenden mit ihrem Handy Mails, und nicht einmal zehn Prozent haben damit je eine Website besucht, wie eine repräsentative Umfrage von TNS Infratest zeigt. In der Schweiz dürfte das Interesse kaum grösser sein, doch kennen oder nennen die Mobilfunkbetreiber keine Zahlen. «Internet mit dem Handy war bislang noch kein Massenphänomen», ist der einzige Kommentar, der Swisscom-Sprecherin Myriam Ziesack zu entlocken ist.

Bei Apple abgeguckt

Beim normalen Handy mit kleinem Bildschirm und enger Tastatur ist ausgiebiges Surfen tatsächlich etwas unbequem. Hier zeigt das iPhone mit grossem, berührungsempfindlichem Bildschirm und neuartiger Fingerbedienung den Weg, wie Internet auch auf dem Handy alltagstauglich wird.
Doch auch andere grosse Anbieter suchten schon lange für die schnellen, mobilen Datentransfer-Techniken UMTS und HSDPA eine konkrete Anwendung. So haben HTC mit der Touch-Serie und Samsung mit dem Omnia auch bereits Geräte mit Fingerbedienung und grossem Display im Handel, andere Hersteller haben solche angekündigt. Und bei Opera steht die neunte Version des beliebten Handybrowsers in den Startlöchern, die viele Ideen von Apples Safari übernimmt. Mit speziellen Internetoptionen, durch die man bis zu festgelegten Datenvolumen zum Fixpreis surft, tun zudem auch die Mobilfunkanbieter das Ihre, damit Internetnutzer auch auf dem Handy durchstarten können.

Das Netz aufs Handy holen

  • Wenn Ihr Handy UMTS oder HSDPA unterstützt, können Sie erste Gehversuche im mobilen Internet wagen, denn dafür sind diese Technologien ja vorgesehen. Ein Hinweis auf versteckte Internetqualitäten ist zudem ein vorinstallierter Webbrowser und Java-Unterstützung.
  • Zuvor sollte man mit dem PC die Website des eigenen Netzanbieters besuchen. Dort findet man die erforderlichen Informationen für die Konfiguration des Geräts fürs Internet. Auch Hersteller-Homepages und -Foren helfen weiter.
  • Hat mans geschafft und ist man drin, empfiehlt es sich, den Webbrowser Opera Mini zu installieren. Er ermöglicht einigermassen komfortables Surfen auch auf kleinen Displays. Infos und Anleitungen gibt es auf der Website der Softwareschmiede http://de.opera.com.
  • Viele Webdienste fürs Handy erhält man über Zusatzprogramme. Das Angebot ist bereits gross. Hervorgehoben sei Google Maps, das nicht nur Karten und Satellitenbilder auf den Handybildschirm zaubert, sondern auch dessen Position orten kann. Sogar ohne GPS. Und mit Yahoo Go holt man sich in einem Tool eine Kommunikationszentrale mit E-Mail, Websuche und News aufs Handy.
  • Unbedingt die Kosten im Auge behalten! Wer keine speziellen Preispläne abonniert hat, zahlt rund 10 Rappen pro 20 Kilobyte. Damit kommt eine versendete E-Mail zwar etwas billiger als eine SMS, doch zahlt man auch für den Empfang. Und beim Surfen oder bei der Nutzung von Kartendiensten, wo viele Bilder geladen werden, können sich die Kosten schnell summieren. Wer regelmässig Internetdienste auf dem Handy nutzt, sollte deshalb beim Netzbetreiber zeitig eine der Internetoptionen mit freiem Datenvolumen bestellen.
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Quelle: Jupiterimages